Florale Bildgestaltung - Wandschmuck der besonderen Art

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Die Designerin Nicole von Boletzky etablierte schon vor zwei Jahrzehnten eine eigene Bildsprache, meist auf einen Werkstoff reduzierte Flächenarbeiten, die vor allem durch zwei Aspekte bestechen: Klarste Anordnungsverläufe und Reduktion auf das Wesentliche.Von Nicole von Boletzky

Mehr und mehr etablieren sich Bildgestaltungen, die sich tendenziell «still verhalten». Das hat damit zu tun, dass eine Einrichtung vermehrt als Gesamtkomposition gesehen wird, eine Symbiose zwischen Möbel, Textilien, Beleuchtung - und eben - Bildern. Der heute angestrebte eher zurückhaltende Gesamtausdruck eines Lebensraums sucht Ruhepunkte, die sich dezent ineinander verzahnen. Schnörkeliges, Überfrachtetes und allzu Dynamisches muss immer mehr weichen. Vor diesem Hintergrund werden Bildkompositionen geschätzt, die in sich unaufgeregt sind, die sich sozusagen von Innen heraus ernähren und nicht unbedingt den Platz eines Solitärs für sich beanspruchen. Für den Gestalter bedeutet dies, fast ganz auf Material- und Formkontraste zu verzichten. Ebenso auf leuchtende Farbkombinationen, es sei denn, diese werden grossflächig und monochrom verarbeitet.

Summierung heisst das Zauberwort

Oder zu gut Deutsch: viel von Einem. Ob nun Blätter, Stäbe oder Fruchtformen, es gilt auszuloten, wie der Ausdrucksgehalt von vermeintlich unscheinbaren Naturschätzen in der Zunahme der Menge gesteigert werden kann. Es ist verblüffend, welches Potential in ganz einfachen Dingen liegt, sobald man sie summiert und anschliessend gestalterisch formiert. Ein Ansatz kann sein, einen Richtungsverlauf zu gestalten. Erst liegend und sich zunehmend aufbäumende Elemente lassen eine Wellenbewegung entstehen, von der ein enormer Ausdruck ausgeht. Je nach Lichteinfall kann dies gar noch gesteigert werden, denn Schlagschatten geben noch mehr Dynamik und Plastizität.

Rhythmus und Wechselspiel

Die Diagonale gilt als der spannungsreichste Linienverlauf, denn mit einer Schräge geht immer ein Auf-und-Ab einher, diese formale Eigenheit kann man nutzen und zweierlei Schichtungen aufeinander treffen lassen. An ein visuelles Seilziehen erinnert der Zug nach Rechts, der durch die linksgerichteten Verläufe wieder relativiert wird. Mehr braucht es nicht um Spannung entstehen zu lassen.

Symbolform in den Mittelpunkt gerückt

Eine ganz andere Bildsprache entsteht, wenn geometrische Grundformen als formaler Ansatz genommen werden. Insbesondere die Kreisform weist starke Eigenheiten auf. Solche mit innerer Formierung gegliederte Flächen ziehen optisch stark nach innen, also zu ihrem Mittelpunkt hin. Ob man darin nun eine abstrahierte Sonne oder ein formaler Ringeltanz sieht, kreisrunde Gestaltungen haben eine starke Magnetwirkung, das Auge bleibt richtiggehend daran kleben. Fernöstliche Prinzipien sehen in der Abwesenheit von Kanten und Ecken sogar harmonisierende Kräfte. Anderen Auffassungen zufolge liegt dem Kreis das Immerwährende ohne Anfang und ohne Ende zugrunde. Tatsache ist, Kreisanordnungen haben eine wunderbare Anziehungskraft, man kann sich ihnen kaum entziehen.

Aufreihungen als verbindendes Element

Akkurat aufgereihte Elemente kommen besonders gut zur Geltung. Das verblüfft, denn man könnte meinen, das Einzelteil verschwinde in der Menge. Aufrasterungen haben jedoch an sich, dass sie zu einer übersichtlichen Bildordnung führen. Der Betrachter findet sich in dieser Klarheit schnell zurecht und kann sein Auge auf die Details lenken. Besonders ausgeprägt ist dies bei waagerechter Ausrichtung, denn mit der Horizontalen geht ein ruhiger unaufgeregter Ausdruck einher. Auch immer beliebter werden Bildanordnungen gleicher Teile, also zwei oder mehr gleichgearteter Bilder, die sich auf den ersten Blick wiederholen, bei näherer Betrachtung aber als Individuen entpuppen. Entscheidend ist hier die identische Einfassung und Anbringung in gleicher Höhe.


Weitere Infos unter:

KNOW HOW Bildungszentrum für Gestaltung
Förliwiesenstrasse 4
CH-8602 Wangen
www.knowhow.ch / E-mail: bildungszentrum@knowhow.ch
oder www.vonboletzky.ch
Tel: 044/ 242 21 82 / Fax: 044/ 242 21 86


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