Finanzen: Haus nicht auf Sand bauen

Wer mit einem Architekten baut, kann die finanziellen Risiken meist begrenzen: Bei diesem Modell tätigt der Bauherr auf eigene Rechnung Bestellungen.

In Zusammenarbeit mit einem Generalunternehmer (GU) muss man dem Unternehmer aber meist im Voraus beträchtliche Anzahlungen anvertrauen. Die Überprüfung der Bonität des GU ist daher entscheidend:

1. Betreibungsauskunft

Das wohl zuverlässigste Mittel zur Bonitätsprüfung ist die Einsicht in das Betreibungsregister. Einen entsprechenden Auszug erhalten Sie beim Betreibungsamt am Domizilort der Firma.

Die Kosten der Ämter sind in der Regel gering. Sie müssen aber Ihr Interesse an der Auskunft nachweisen können: Mit einer Offerte, Reservationsvereinbarung oder einem Kaufvertrag in der Hand sollte dies aber kein Problem sein.

2. Bank- oder Wirtschaftsauskünfte

Suchen Sie das Gespräch mit Ihrer Bank, oder fragen Sie Handwerker vor Ort. Schliesslich wissen die am besten, welche Generalunternehmer für geleistete Arbeit pünktlich zahlen und welche nicht.

3. Zahlungen und Sicherstellungen

Grundsätzlich müssen Ihren Zahlungen immer entsprechende Gegenleistungen gegenüber stehen (Zug-um-Zug-Geschäft). Im Idealfall für den Kunden ist der vollumfängliche Kaufpreis erst später, anlässlich der Eigentumsübertragung zu leisten.

Im Vertrag ist weiter zu vereinbaren, dass die mutmassliche Grundstückgewinnsteuer (die der Verkäufer zahlen muss) direkt vom Kaufpreis abgezogen und auf ein Sperrkonto einbezahlt wird.

4. Treuhand-Konto

Ihr Geld sollte nicht einfach auf irgendein Geschäftskonto des GU fliessen. Mehr Sicherheit bietet ein Treuhand-Konto, das klar zweckbestimmt ist und von der Bank oder einem Treuhänder überwacht wird.

5. Pfandrechte

Die am Bau beteiligten Handwerker können ihren Lohn über das so genannte «Handwerkerpfandrecht» absichern. Bis spätestens drei Monate nach Beendigung ihrer Arbeit können sie ein Pfandrecht eintragen lassen. Wenn sie ihr Geld nicht bekommen, droht im Extremfall die Versteigerung der Liegenschaft, um ihre Forderungen zu begleichen.

Dieses Szenario blüht Käufern auch dann, wenn sie zwar die GU-Rechnungen zahlen, der GU das Geld aber nicht korrekt weiterleitet. Zumindest eine vorläufige Eintragung von Pfandrechten kommt häufig vor (im Sinne einer superprovisorischen Verfügung)! Empfehlung: Um sich davor zu schützen, sollten Sie vom Generalunternehmer oder von der finanzierenden Bank den Nachweis verlangen, dass der ganze Zahlungsverkehr korrekt abgewickelt und überwacht wird.

Die grösste Sicherheit bietet eine Bestimmung im Vertrag, wonach der GU allfällige Pfandrechte umgehend löschen muss. Sofern doch einmal Pfandrechte eingetragen werden, lassen Sie sich zunächst beim Notariat beraten.