Amortisationen - ja oder nein?

Die Tatsache, dass die Zinsen heute sehr tief sind, sollte nicht zu Fehlschlüssen verleiten. Bis zur Pensionierung kann sich das Zinsgefüge wieder verändern. Hinzu kommt, dass die verfügbaren fixen Einkünfte nach der Pensionierung meist doch um einiges tiefer liegen als während der Erwerbsphase.

So betrachtet muss sich die Pensionierungsplanung auch über Fragen der finanziellen Tragbarkeit und allfälliger Amortisationen erstrecken. Die meisten Banken verlangen eine Reduktion der Hypothek auf 65 Prozent des Verkehrswertes oder jährliche Amortisationen von etwa einem Prozent der Hypothek.

Entscheidend ist die Frage, ob möglicherweise sogar zusätzliche Amortisationen nötig sein könnten, um das Haus auch im Alter halten zu können.

Was kann ich mir leisten?

Die Rechnung dafür ist schnell gemacht: Auch im Alter gilt die Regel, dass die Fixkosten fürs Eigenheim - also Neben- und Unterhaltskosten, Hypothekarzinsen etc. - nicht mehr als ein Drittel des verfügbaren Bruttoeinkommens ausmachen dürfen. So ist es gut möglich, dass die finanzielle Tragbarkeit im Sinne der Bankenregeln heute gegeben ist, aber nach der Pensionierung ins Wanken kommt. Dies ist umso ernster zu nehmen, als Banken die Tragbarkeit des Kredits mit einem kalkulatorischen Zins von fünf Prozent durchspielen.

Wenn die erwarteten künftigen Renteneinkünfte diesem «Stresstest» nicht standhalten, muss man sich rechtzeitig überlegen, wie die Lücke geschlossen werden kann. Im konkreten Einzelfall ist es gut möglich, dass dann auf einen Schlag Kreditrückzahlungen von 100'000 oder 200'000 Franken nötig sind.

Finanzquellen im Alter 65

Eine Umfrage unter Banken und Finanzplanern bestätigt, dass in den weitaus meisten Fällen die nötigen Mittel vorhanden sind. Mit der Pensionierung werden meist verschiedene Kapitalleistungen aus der dritten Säule oder auch aus der Pensionskasse fällig, die zur Amortisation verwendet werden können. Laut Gesetz können Berufstätige mit einer Pensionskasse mindestens ein Viertel des gesparten BVG-Altersguthabens beziehen - je nach Pensionskasse manchmal auch mehr.

Vorsorge fürs Eigenheim