Mehr Eigentumswohnungen auf dem Markt – aber bis zum Verkauf dauerts länger
2024 standen Kaufinteressenten so viele Eigentumswohnungen zur Auswahl wie noch nie. Rund 100’000 Objekte wurden auf Schweizer Immobilienportalen ausgeschrieben, was einer Zunahme von 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Weil dadurch aber auch die Zeit bis zum Verkauf zugenommen hat, bleibt die Nachfrage nach Stockwerkeigentum stabil.
Die Online Home Market Analysis wird regelmässig in Zusammenarbeit mit dem Hauseigentümerverband Schweiz und dem Swiss Real Estate Institute erstellt.
Rekordangebot, aber längere Insertionsdauer
Zwischen 2022 und 2024 stieg die Zahl der inserierten Eigentumswohnungen in der Schweiz von 70'000 auf 100'000 kontinuierlich an. Diese Zunahme rührt aber weniger aus neu gebauten Eigentumswohnungen her – die Anzahl neuer Baugesuche war sogar rückläufig. Vielmehr ist von einem demographischen Wandel als Ursache auszugehen: Angehörige der sogenannten ‘Baby-Boomer-Generation’ kommen vermehrt in ein Alter, in dem sie sich nach neuen Wohnmöglichkeiten umsehen und ihre bisherigen Wohnungen zum Verkauf anbieten.
Als Resultat bewirkten die gegenüber dem Vorjahr zusätzlichen 16'000 Inserate, dass sich Anbietende von Eigentumswohnungen im Schnitt 17 Tage länger als bisher gedulden mussten, bis der Verkauf des Objekts in trockenen Tüchern war und sie das Inserat deaktivieren konnten. Konkret musste eine Eigentumswohnung 2024 im nationalen Schnitt 92 Tage ausgeschrieben werden.
Zürich ist nicht mehr Spitzenreiter bei der kürzesten Insertionsdauer
Verkäuferinnen und Verkäufer von Eigentumswohnungen mussten sich 2024 in allen acht Regionen länger gedulden als noch im Vorjahr. Dabei sticht heraus, dass die Region Zürich (67 Tage, plus 11 Tage) erstmals seit vier Jahren nicht mehr die kürzeste Insertionsdauer aufweist, sondern dies nun wieder in der Region Zentralschweiz (62 Tage, plus 4 Tage) der Fall ist.
Ebenfalls noch unter 70 Tagen liegt die Region Genfersee auf Platz drei (69 Tage, plus 5 Tage). Die drei Regionen Ostschweiz (79 Tage, plus 13 Tage), Nordwestschweiz (81 Tage, plus 12 Tage) und Espace Mittelland (85 Tage, plus 14 Tage) sind wie in den Vorjahren im Mittelfeld positioniert, wobei die Ausschreibungszeiten auch hier merklich zulegten.
Am längsten müssen sich Verkaufswillige – wie bereits in den Vorjahren – in den beiden Regionen Waadt/Wallis (93 Tage, plus 18 Tage) und Tessin (168 Tage, plus 37 Tage) gedulden, bis sie eine Käuferschaft gefunden haben. Wegen der überdurchschnittlich gestiegenen Insertionsdauer im Tessin (28 Prozent) vergrössert sich damit der Abstand zu den restlichen Regionen sowie insbesondere zum neuen Spitzenreiter Zentralschweiz um beinahe die Hälfte (plus 45 Prozent).
Gleich viele Regionen mit steigender wie mit abnehmender Nachfrage
Aus der Gegenüberstellung der prozentualen Veränderungen von Insertionsdauer und der Anzahl Inseraten lässt sich eine Einschätzung für die regionale Eigenheim-Nachfrage ableiten. In der Region Genfersee beispielsweise müssen Eigentumswohnungen nur leicht länger ausgeschrieben werden (plus 7 Prozent), obwohl die Anzahl Inserate zweistellig gewachsen ist (plus 22 Prozent). Dies lässt auf eine gestiegene Nachfrage schliessen. Im starken Kontrast dazu steht das Tessin, in dem Eigentumswohnungen am wenigsten gefragt sind.
Alles in allem lässt sich schweizweit für das Jahr 2024 eine durchaus stabile Nachfrage beobachten.
Die Finanzierung bleibt eine grosse Hürde
Trotz gesunkener Zinsen bleibt der Kauf von Eigenheim speziell für jüngere Familien eine Herausforderung – vor allem aufgrund der Vorgaben rund um die Eigenmittel sowie die Tragbarkeit. Diese besagen, dass mindestens 20 Prozent des Kaufpreises selbst finanziert werden müssen (bei einem Kaufpreis von einer Million Franken also 200’000).
Dafür gibt es zwar gewisse Kniffe wie den Einsatz von Vorsorgegeldern oder einen Erbvorbezug. Diese sind aber nicht immer möglich oder gegeben und so stellt die Kapitalbeschaffung für viele ein grosses Hindernis auf dem Weg zum Eigenheim dar.