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6 Orte, die für Wohnungssuchende spannend werden

20.02.2026

Die Mieten in der Schweiz steigen stetig an, während die Leerwohnungsziffer im letzten Jahr erneut gesunken ist. Die Wohnungssuche gestaltet sich für viele schwierig. In und um einige Städte eröffnen sich jedoch neue Chancen: Stadtentwicklungsprojekte und Umnutzungen sorgen in den nächsten Jahren für zusätzlichen Wohnraum. Wir zeigen dir, wie es um die Leerwohnungsziffer in der Schweiz steht und stellen dir Orte und Projekte vor, die für Mieter und Mieterinnen besonders spannend werden.

Leerwohnungsziffer auf dem Tiefstwert

Laut dem Bundesamt für Statistik (BfS) ist die Leerwohnungsziffer auch in diesem Jahr weiter gesunken und führt somit einen Trend fort, der bereits vier Jahre lang anhält. Aktuell liegt die Ziffer schweizweit nur noch bei einem Prozent.

Die niedrige Leerwohnungsziffer lässt sich laut Architekt und Immobilienmanager Jack Marcolin (Bucher Guyer AG) durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren erklären: ‭«Die Nachfrage nach Wohnungen, hauptsächlich verursacht durch die Zuwanderung von Fachkräften (Expats), übertrifft das aktuelle Angebot bei Weitem.

Die Entwicklung und Realisierung von Neubauten in den Grossstädten der Schweiz und deren Agglomerationen wird zudem durch Verschärfungen der Baugesetze, Verzögerungen der Baugesuche, zusätzlichen Kontrollorganen, Einsprachen der Anwohner, etc. enorm belastet, was wiederum das Manko an bezahlbaren Mietwohnungen in den besagten Wirtschaftszentren verstärkt.

In Regionen mit hohem Potenzial (egal ob städtisch oder ländlich), welche für die Zielgruppen mit ÖV in 30 bis 60 Minuten erreichbar sind, sollten behördlicherseits vereinfachte und vor allem schnellere Verfahren zur Entwicklung von zukünftigen Bauprojekten angewendet werden können.»

Es werden zwar vermehrt Bauprojekte ins Rollen gebracht, diese können der ausgesprochen hohen Nachfrage nach Mietwohnungen jedoch nicht gerecht werden. In der Schweiz ergibt sich ein jährlicher Zusatzbedarf von mindestens 50’000 Wohnungen, dies insbesondere bedingt durch Zuwanderung der vergangenen Jahre in Höhe von rund 70’000 bis 80’0000 Personen.

Die grosse Nachfrage bei Wohnungen sowie das langsame Voranschreiten von Bauprojekten führt dazu, dass immer mehr Mieter und Mieterinnen in das Umland grösserer Städte ziehen. Auch die kontinuierlich steigenden Mieten sowie der Abriss älterer Wohnblöcke zugunsten neuer Bauprojekte treiben immer mehr Städterinnen und Städter zu mehr oder minder freiwilligen Umzügen ins Umland.

Ballungszentren unter besonders starkem Mietdruck

Insbesondere in Ballungszentren wie dem Grossraum Zürich oder der Genferseeregion ist die Wohnungsnot aktuell besonders gross. In diesen Regionen ist auch künftig mit Preisanstiegen zu rechnen. Ein guter Zeitpunkt also, um die eigenen Möglichkeiten zu prüfen und mit Weitblick für die kommenden Jahre zu planen.

Wir zeigen dir ein paar ausgewählte Orte mit (kommenden) spannenden Wohnbauprojekten:

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Bahnhof Winterthur und Stellwerk 2

Winterthur zählt zu den lebenswertesten Städte der Schweiz, was unter anderem auf zahlreiche Bildung-, Dienstleistungs-, Kultur- sowie Freizeitangebote zurückzuführen ist. Neue Quartiersentwicklungen sowie Wohnbauprojekte machen Winterthur und sein Umland zu einem attraktiven Wachstumsstandort für Mietwohnungen, insbesondere für Pendler, welche die Nähe zu Zürich schätzen.

Wer gerne im Herzen von Winterthur wohnen möchte, der dürfte in naher Zukunft rund um den Bahnhof Winterthur voll auf seine Kosten kommen. Dort sind verschiedene vielversprechende Projekte in Planung, unter anderem auch das Projekt 'Stellwerk 2' unmittelbar neben dem heutigen Stellwerk 1. Es handelt sich dabei um ein modernes Gebäude, welches Büros und Retailfläche, aber auch Wohnraum bieten soll.

  • Der Standort eignet sich besonders für: Mietinteressierte, die eine gute Verbindung zur Agglomeration Zürich suchen. Der Mieterausbau beginnt voraussichtlich im vierten Quartal 2027, die Fertigstellung des Projekts ist für das zweite Quartal 2028 vorgesehen.
     
  • Informationen zum Projekt findest du auf der offiziellen Stellwerk 2 Website.

Stadt Basel und Dreispitz Nord

Die Zahl der bewilligten oder sich bereits im Bau befindlichen Wohneinheiten in Basel steigt weiter an. Allein im Jahr 2024 erhielten 442 Wohneinheiten in Basel eine Baubewilligung. Dies ist ein Wert, der seit 2020 nicht mehr erreicht werden konnte.

934 Wohnungen befanden sich Anfang 2025 noch im Bau, weitere 574 Wohnungen waren bereits bewilligt. Somit stehen rund 1’500 Wohnungen in den kommenden Jahren vor der Fertigstellung. Zum Vergleich: Ende 2023 waren es weniger als 1’000 Wohnungen. In Basel ist entsprechend ein leichter Aufwärtstrend zu beobachten. 

Auch Lukas Ott, Leiter der Abteilung Kantons- und Stadtentwicklung im Präsidialdepartement, lässt Mietinteressenten in Basel aufhorchen: «In den vergangenen Jahren hat der Grosse Rat mehrere Bebauungspläne für grössere Wohnbauprojekte verabschiedet, für die nach und nach Baugesuche eingereicht werden dürften. Wir erwarten daher ab Ende der 2020er-Jahre erneut eine hohe Wohnbautätigkeit. Ab 2035 werden dann die ebenfalls voranschreitenden Planungen rund um die grössten Transformationsareale im Kanton – klybeckplus und Dreispitz Nord sowie die Hafen- und Stadtentwicklung – am stärksten zur Schaffung von Wohnraum beitragen.»

Dreispitz Nord

Auf dem Areal Dreispitz Nord soll ein neues Stadtquartier mit rund 800 Wohnungen entstehen. Geplant ist unter anderem auch preisgünstiger und gemeinnütziger Wohnungsraum. Nebst Wohnungen (1- bis 5.5-Zimmer-Wohnungen) sind eine Schule, Büro- und Gewerberäumlichkeiten, Cafés und Restaurants, kleine Läden, Grün- und Freiräume sowie ein Jugendtreff geplant. 

Der Stadtteil soll durch den ÖV bestens erschlossen und nur drei Stationen vom Bahnhof Basel entfernt sein. Darüber hinaus werden in Dreispitz Nord mit neuen Velo- sowie Fusswegverbindungen und 4'000 Veloparkplätzen beste Voraussetzungen für ein 'autoarmes Wohnen' geschaffen.

Die Bauprojektierung wird nach rechtskräftigem Planbeschluss starten. Mit ersten Baumassnahmen ist ab 2028 zu rechnen. Das Projekt befindet sich aktuell noch in der Planungs- bzw. Genehmigungsphase. Interessierte müssen sich entsprechend noch etwas gedulden. 

  • Standort eignet sich besonders für: Junge Familien, umweltbewusste Berufstätige und Menschen, die urban und zugleich grün wohnen wollen. Zudem eignet sich Dreispitz Nord auch für alle, die in Basel modernen und vielfältigen Wohnraum suchen.
     
  • Informationen zum Projekt findest du auf der offiziellen Dreispitz Nord Website.

Quartiere rund um den Bahnhof Bern

Beim Bahnhof Bern handelt es sich um den zweitgrössten Schweizer Bahnhof. Dennoch ist er in den vergangenen Jahren merklich an seine räumlichen und betrieblichen Grenzen gestossen. Deshalb war im Rahmen des Projekts 'Zukunft Bahnhof Bern' ein Umbau, eine Erweiterung und Modernisierung des Bahnhofsgebiets vorgesehen.

Die umfassende Neugestaltung des Bahnhofs und seines Umfelds sollte Bauland schaffen und zahlreiche Neubau- bzw. Ergänzungsprojekte direkt an einem ÖV-Knoten ermöglichen und somit eine ideale Voraussetzung für Pendlerinnen und Pendler sowie stadtnahe Wohnungen schaffen. Für den Bahnhof sollten neue Unterführungen, Eingänge und öffentliche Räume realisiert werden.

Wichtig: Der Ausbau des Bahnhofs verstärkt die Nachfrage nach zentralem Wohnen, schafft selbst aber keinen neuen Wohnraum. Vielversprechender sieht die Zukunft angrenzender Quartiere aus, denn durch kürzere Wege, bessere Anbindungen und mehr urbane Qualität wird ihre Attraktivität als Wohngebiet deutlich gesteigert.

Quartiere wie Länggasse und Breitenrain profitieren indirekt vom Bahnhofsausbau. Die neuen Unterführungen verbessern die Anbindung und machen die Quartiere attraktiver. Vor diesem Hintergrund steigt die Wahrscheinlichkeit, dass bestehende Gebäude nachverdichtet, umgebaut oder umgenutzt werden, um den wachsenden Bedarf an zentralem Wohnraum zu decken. Es lohnt sich also, die Entwicklung dieser Quartiere im Auge zu behalten.

Informationen zum Projekt findest du auf der offiziellen Zukunft Bahnhof Bern Website.

Zürich und Ecublens (VD): Wohnraum für Studierende im Student Village und Les Triaudes

Wenig bezahlbarer Wohnraum oder aber tägliches Pendeln in vollen Zügen: Allzu oft wird Studierenden das Leben unnötig schwer gemacht. Immer mehr Universitäten kommen Studentinnen und Studenten jedoch entgegen: Das Hochschulwachstum führt in vielen Fällen nicht mehr nur zu Nachfrage, sondern auch zu Ausbaumassnahmen bei studentischem und allgemeinem Wohnraum. 

Beispiele hierfür sind etwa die École Polytechnique Féderale de Lausanne (EPFL) oder die drei ineinandergreifenden Gebäude der Student Village am Campus Hönggerberg der ETH. Sie alle bieten Wohnangebote, die auf die Anforderungen und Wünsche der Studierenden zugeschnitten sind. 

Student Village

Das Student Village der ETH verfügt über Wohnungen mit sechs bis zehn Schlafzimmern für WGs sowie Studios für Studierende, die lieber alleine wohnen. Weitere Informationen findest du auf der offiziellen Student Village Website.

Les Triaudes

In Ecublens (VD), nahe der ÉPFL haben Studierende und wissenschaftliche Mitarbeitende der Uni die Möglichkeit, in 194 möblierten Wohnungen der Wohnanlage 'Les Triaudes' zu wohnen. Alle Wohnungen sind mit zwei bis fünf Schlafzimmern ausgestattet und nur wenige Gehminuten vom Campus entfernt. Weitere Informationen findest du auf der offiziellen Les Triaudes Website.

Genf: Praille‑Acacias‑Vernets

Das Stadtentwicklungsprojekt Praille-Acacias-Vernets (PAV) erstreckt sich auf Gebieten der Gemeinden Genf, Carouge und Lancy und zählt zu den ehrgeizigsten Stadtentwicklungsprojekten Europas. Für Genf stellt es das grösste Wohnpotenzial dar. Auf ehemaligen Industrieflächen sollen neun neue Quartiere mit tausenden Wohnungen entstehen.

Insgesamt werden 140 Hektar ehemalige Industriefläche des 230 Hektar grossen Gebiets in Wohn- und Nutzungsfläche umgewandelt. Die gemischte Nutzung südlich von Genf verspricht nicht nur eine deutliche Wohnraumerweiterung an zentraler Lage, sondern auch Naherholungsraum in Form von Grünflächen.

  • Standort eignet sich besonders für: Mieterinnen und Mieter, die in den Genuss eines gemischten urbanen Quartiers kommen möchten, das nahezu vollständig fussgängerfreundlich gestaltet ist und dabei sowohl Raum fürs Wohnen als auch für unterschiedliche Aktivitäten im Grünen bietet.

    Laut der offiziellen Website des Kantons Genf sind allein im Quartier Les Acacias in PAV 2'230 Wohnungen vorgesehen, in denen schrittweise ab 2030 rund 5’500 Personen aufgenommen werden können. Darüber hinaus werden rund 1’500 neue Arbeitsplätze zusätzlich zu den bereits vorhandenen 700 geschaffen.

    Alles in allem sollen auf den 140 Hektaren jedoch deutlich mehr Wohnungen und Arbeitsplätze entstehen: PAV dürfte sich mit 12’000 geplanten Wohnungen, 6’000 neuen Arbeitsplätzen sowie weitläufigen Grünflächen und öffentlichen Einrichtungen zu einem begehrten Wohnort entwickeln.
     
  • Informationen zum Projekt findest du auf der offiziellen PAV Website

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