Eigener Swimming Pool: Was musst du berücksichtigen?

Dein Swimmingpool im Garten ist ein kleines Stückchen himmlisches Paradies auf Erden. Bei strahlendem Sonnenschein brauchst du nicht im öffentlichen Freibad anzustehen, musst keinen Eintritt bezahlen und das kühle, kristallklare Nass gehört dir ganz allein. Beim Aufstellen eines Swimming Pools müssen jedoch einige rechtliche und bautechnische Vorgaben berücksichtigt werden. Wir klären dich über die wichtigsten Punkte auf und geben dir eine Übersicht, welcher Typ von Pool deinen Bedürfnissen entspricht.

Vorteile deines persönlichen Swimming Pools

  • Es fallen weder Eintrittspreise an, noch musst du Rücksicht nehmen auf Dutzende andere Besucher*innen.
     
  • Das lästige Einpacken und Verstauen deiner Badeutensilien und des Picknicks, sowie die langen Anfahrtswege entfallen auf einen Schlag. Du kannst wetterunabhängig und spontan “beachen” gehen. 
     
  • Nicht zu vernachlässigen ist auch der Faktor Gesundheit und Vitalität: Dein eigener Pool bietet die Chance, Sport zu treiben, denn nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ist Schwimmen eine der gesündesten Sportarten überhaupt, da die Gelenke geschont und dafür das Herz-Kreislauf-System trainiert wird. 
     
  • Zu guter Letzt bringt der Swimming Pool mehr Schwung und Spass in dein Leben. Sei es, wenn du eine Gartenparty veranstaltest und mit deinen Gästen ein Wettschwimmen ausrichtest oder mit deiner Familie den Pool-Plausch geniesst; das blaue Gold ist ein Magnet.

Übersicht über die 4 gängigsten Swimming Pool-Arten und deren Einsatzfelder

Eigener Swimming Pool: Was musst du berücksichtigen?

1. Der in den Gartenboden versenkte Swimming Pool

Beim in den Gartenboden verbauten Pool benötigt man eine Grube. Der Pool an sich, kann entweder wie eine Art Badewanne fixfertig und vorgeformt von einem Baumarkthändler angeliefert werden lassen oder du entscheidest dich für ein Einstückbecken aus Kunststoff, das du nach deinen Wünschen aussuchen kannst. In den meisten Fällen sind bei solchen Fertigpools alle Anschlüsse vormontiert und der Kauf und die Lieferung gehen rasch über die Bühne. Eine kostenintensivere Option ist es, das Bassin vor Ort nach Wunschmassen durch einen Spezialisten aufbauen zu lassen. Dabei kann gewählt werden zwischen dem betonierten Folienbecken, dem Stahlwand-Folienbecken/Aufstellbecken und dem Edelstahlbecken. Wenn du deinen Pool fix in den Gartenboden einlassen willst, ist dies eine langfristige Entscheidung; demzufolge ist die Investition auch entsprechend gross. Eine andere Option, wenn dir die Umwelt und Nachhaltigkeit besonders am Herzen liegt, ist ein selbstreinigendes Naturbecken

Eigener Swimming Pool: Was musst du berücksichtigen?

2. Der freistehende/aufgesetzte Swimming Pool

Wenn der Swimming Pool oberirdisch verbaut wird, muss er auf ein festes Fundament aufgesetzt werden. Meist kommen Stahlwand-Folienbecken zum Einsatz, die zwingend eine Verkleidung zum Schutz vor Witterung benötigen. Ein solcher “Schutzmantel” kann dem persönlichen Geschmack entsprechend geordert werden.

Eigener Swimming Pool: Was musst du berücksichtigen?

3. Der mobile Pop-Up-Swimming Pool

Ein Pop-Up Bassin ist ein saisonales Produkt. Im Juni wird es zum Aufstellen im Garten aus dem Keller geholt, zum Herbstanfang wieder abgebaut und zur Überwinterung gut verstaut. Der grösste Pluspunkt dieser Ausführung ist die hohe Flexibilität. Unbedingt berücksichtigt werden sollte, dass die Folie aus denen die Pop-Up Pools bestehen, einen ebenen Untergrund benötigt, der frei ist von spitzen Gegenständen ist.

 

Eigener Swimming Pool: Was musst du berücksichtigen?

4. Das Kinderplanschbecken

Auch die klassischen Planschbecken, die beim Nachwuchs heiss begehrt sind, gehören zu den Swimming Pools. Kinderplanschbecken gibt es buchstäblich wie Sand am Meer und die Vielfalt an Modellen scheint beinahe unbegrenzt. Besonders lohnenswert ist es, ein Auge auf Extra-Features wie implementiertes Sonnensegel zu haben. Dieser Pool-Typ ist von der weniger langlebigen Sorte, kostet aber dafür auch nur den Bruchteil einer dauerhaften Installation.

Welche Grösse und welches Fassungsvermögen soll mein Becken aufweisen?

Die Antwort auf diese Frage ist von vielerlei Faktoren wie Platzangebot, Budget und persönlichen Wünschen abhängig. Für zwei Personen sollte das Becken im Minimum eine Breite von 4 Metern besitzen. Eine Mindestlänge von 6 Metern empfehlen wir, wenn einige gute Schwimmzüge möglich sein sollen. Die üblichen Swimming Pools sind etwa 4x8 Meter gross (eckig) oder verfügen über einen Durchmesser von ca. 7 Metern (rund). Für ein ordentliches Schwimmvergnügen sollte die Beckentiefe etwa bei 1.5 oder 1.6 Metern liegen, was eine vernünftige Wassertiefe von ca. 1.4 Metern ermöglicht.

Rechtlicher Aspekt

Der Besitz und insbesondere die Errichtung eines Swimming Pools ist ein Sachverhalt, bei dem erstaunlich viele rechtliche Fragen berücksichtigt werden müssen.

Was gilt es beim Aufbau zu beachten?

Wenn du hierzulande ein Bauprojekt realisieren möchtest, musst du dir grundsätzlich bevor die Bagger auffahren dürfen, eine Bewilligung erteilen lassen. Nach Art. 22 des Schweizer Raumplanungsgesetzes dürfen “Bauten und Anlagen”, ein rechtlich schwammiger Begriff, nur mit behördlicher Erlaubnis errichtet oder verändert werden. Je nach Kanton weichen die Bestimmungen voneinander ab. Häufig ist bei mobilen Pools nur die Einwilligung der Nachbar*innen erforderlich. Bei fest verankerten Becken ist die Sache hingegen komplexer und es muss auf jeden Fall eine Genehmigung eingeholt werden, da geprüft werden muss, ob das geplante Projekt die Bau- und Nutzungsvorschriften respektiert.

Wer haftet bei Unfällen?

Ein Swimming Pool ist ein Werk nach Art. 58 des Obligationenrechts. Die dort erläuterte Werkeigentümerhaftung bestimmt, dass der Inhaber Schäden ersetzen muss, die durch eine fehlerhafte Anlage oder mangelhaften Unterhalt verursacht werden. Als Poolbesitzer*in musst du zwingend mit allen Mitteln dafür sorgen, dass für Drittpersonen bei ordnungsgemässem Gebrauch keine Gefahr besteht. So bist du z.B. verpflichtet zu gewährleisten, dass die Ränder des Beckens frei von Algen sind. Rund um das Bassin herum müssen ebenfalls Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Ein Schild mit der Aufschrift “Baden verboten. Haftung wird abgelehnt.” o.ä. kann zwar hilfreich sein, reicht aber in den meisten Fällen nicht aus um sich aus der Haftung zu befreien. 
Ganz besonders wenn du annehmen musst, dass dein Pool unerlaubt gebraucht werden könnte, speziell durch Kinder, gilt es besondere Präventionsmassnahmen zu treffen, um dich im schlimmsten Fall von der Schadenersatzpflicht entlasten zu können, wie:

  • Entfernung der Leiter zum Ein- und Ausstieg
  • abschliessbarer Zaun rund um das Becken
  • Abdeckung, die gewährleistet, dass keine Öffnung am Becken entstehen kann und die am besten durch Schloss oder Kippschalter gesichert ist

Woher nehme ich das Wasser zur Füllung? 

Am einfachsten ist es, wenn du dein Becken mit dem Gartenschlauch befüllst. Ist kein solcher vorhanden, gibt es auch die Option, das Wasser vom Hydranten zu beziehen. Dies darf allerdings keinesfalls auf eigene Faust geschehen, denn damit ist der Tatbestand des Diebstahls erfüllt. Um den Wasserspender vorschriftsgemäss nutzen zu können, ist eine Bewilligung deiner Wohngemeinde erforderlich. Dafür musst du eine Gebühr von ca. 50 CHF entrichten und die Installationskosten tragen. Pro m2 bezahlst du zusätzlich ca. 2 CHF für das eigentliche Wasser.

Wie garantiere ich eine optimale Wasserqualität?

Eigener Swimming Pool: Was musst du berücksichtigen?

Schon simpelste Hygieneregeln können einen erheblichen Unterschied machen und das Wasser sauber halten: Der Pool sollte nur geduscht genutzt werden und nach Möglichkeit nicht unter Bäumen platziert werden. Die Pflege muss auf den Lauf der Natur abgestimmt werden. Bei hohen Temperaturen und intensiverer Nutzung bedarf es mehr Pflege.


Damit das Wasser klar bleibt, hast du unterschiedliche Methoden zur Verfügung, die du adäquat miteinander kombinieren musst:

  • physikalische Reinigung durch Filtration, Oberflächen-Absaugung und Umwälzung
  • chemische Reinigung wie Desinfektion durch Chlorieren
  • mechanische Reinigung durch Poolroboter automatisiert, mit sogenannten Bodensauger, speziellen Bürsten oder Keschern

Wie entsorge ich das Wasser am Ende der Badesaison vorschriftsgemäss?

Beim Ablassen des Poolwassers am Ende des Sommers stehen dir zwei Möglichkeiten offen: 

  • Du lässt das mit Chemikalien behandelte Wasser mind. 2 Wochen lang unbehandelt stehen, so dass das Chlor langsam verdunstet und unschädlich wird für Mensch und Tier. Nach dieser Frist kann der Pool auf der Wiese entleert und der Boden als natürlicher Filter genutzt werden.
     
  • Bei Variante 1 bilden sich Ablagerungen, was die Reinigung erschwert. Möchtest du das Wasser sogleich ablassen, dann musst du die Menge zwingend der Kanalisation zuführen. Keinesfalls solltest du das Wasser aber einfach in den nächsten Gulli leiten, sondern dich vorgängig informieren, denn viele Schächte führen nicht ins Abwassersystem sondern z.B. in den Bach. 

4 Tipps rund um den Swimming Pool, die sich garantiert bezahlt machen

Eigener Swimming Pool: Was musst du berücksichtigen?
  • Gartendusche anschaffen: Es gibt verschiedene attraktive Varianten der Gartendusche, wie Modelle mit Solarbetrieb.

  • Investition in solide Abdeckung: Poolabdeckungen verhindern, dass Kinder oder Haustiere, wenn das Becken unbeaufsichtigt ist, ertrinken können. Positive Nebeneffekte sind weniger Verschmutzung bzw. Einsparung von Reinigungsmitteln, geringere Verdunstung und schnellere Wassererwärmung.
     
  • Treppen und Leitern für einen sicheren Ein- und Ausstieg: Eine Treppe oder Leiter, die das risikofreie Betreten und Verlassen des Pools ermöglicht, ist für Kinder, Senior*innen oder Personen mit Beeinträchtigung von enormer Wichtigkeit.
     
  • Sich eine Wellness-Konfiguration für SPA daheim genehmigen: Ob Massagedüse, Gegenstromanlage, Wasserschwall-Dusche oder Luftsprudelliege;  alle Wasserattraktionen erhöhen den Erholungs- und Vergnügungsfaktor.