Pflegetipps für Orchideen

Orchideen gehören zu den beliebtesten Zimmerpflanzen und sind gern gesehene Gastgeschenke. Doch wie pflegt man Orchideen richtig? Wir haben die wichtigsten Pflegetipps zusammengestellt.

Botaniker unterscheiden etwa 1000 verschiedene Orchideenarten - wir beziehen uns hier ausschliesslich auf die Phalaenopsis. Die Langblüher sind eigentlich sehr robust und pflegeleicht, wenn man ein paar Hinweise beachtet.

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Nordfenster als idealer Standort

Der Standort ist das wichtigste Kriterium für ein langes und blühendes Leben von Orchideen. Sie mögen es hell ohne direkte Sonneneinstrahlung. Nordfenster gelten als der ideale Standort. Aber bitte nicht direkt unter einer Lampe platzieren. Orchideen kommen aus den Tropen – wo es am Tag feucht und heiss ist und in der Nacht kühl, daher dürfen sie den Sommer gerne auf dem Balkon oder auf dem Sitzplatz verbringen.

Richtig giessen

Zum Giessen gibt es viele Ansichten und Theorien. Wir stellen drei Möglichkeiten vor, die alle funktionieren. Egal für welche Methode man sich schlussendlich  entscheidend, es reicht, wenn ihr die Pflanzen alle zwei Wochen giesst. Übrigens, die Orchidee darf gerne mal austrocknen, sofern sie nachher wieder genug Wasser bekommt.

  • Wasserbad: Die Orchidee in ein mit Wasser gefülltes Becken setzen und ca. nach einer Stunde wieder herausnehmen. Nach dem Abtropfen wieder in den Übertopf setzen.
  • Unter dem laufendem Wasserhahn: Die Orchidee im Waschtrog für ein paar Minuten unters laufende Wasser halten. Danach die Blätter trocknen und die Pflanze zurück in den Übertopf setzen.
  • Giessen mit der Spritzkanne: Von dieser Methode raten die meisten ab, wir finden jedoch, dass das die schnellste Variante ist und die Orchideen blühen bei uns trotzdem. Etwas Wasser mit der Spritzkanne auf die Orchideen giessen, bis sich Wasser im Übertopf gesammelt hat. Nach ein paar Tagen das überschüssige Wasser ausleeren.

Blütezeit

Die meisten Orchideen bilden ca. alle sechs Monate nach der letzten Blüte wieder neue Rispen und an denen bilden sich Knospen. Weisse Blütenorchideen verlieren ihre Blüten am Schnellsten. Zuerst bildet sich immer ein neues Blatt und evtl. auch neue Wurzeln und dann wächst ein neuer Stängel von der Blättermitte nach oben. Das Ganze passiert so schnell, dass man täglich Fortschritte beobachten kann. Damit die neuen Triebe nicht waagrecht gegen das Licht wachsen, empfiehlt es sich Rankhilfen (kleine Stäbchen) in das Substrat zu stecken und die Triebe mit einer Klammer (z.B. in Form eines Schmetterlings, die sehen aus wie kleine Haarklammern für Mädchen, also man kann auch die benutzen ;) ) fest zu klammern. Wir persönlich drehen den Topf der Orchidee auch immer wieder damit der Blütenstängel möglichst gerade wächst.

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Die Blüten der Phalaenopsis blühen von weiss über rosa bis lila.

Neuer Schnitt

Sobald die Orchidee ihre letzte Blüte abgeworfen hat, kann man den Blütenstängel zurückschneiden. Oder aber man lässt es dran und wartet bis sich entweder neue Rispen bilden oder das Stämmchen eintrocknet und spätestens dann schneidet man es ab.

Tipp: So wunderschön Orchideen mit Blüten sind, nackt sind sie ziemlich hässlich. Damit die krakenartigen Wurzeln mit den satten grünen Blättern nicht das Wohnzimmer in seiner Schönheit mindern, stellen wir sie nach ihrer Blütezeit in ein anderes Zimmer, das wenig genutzt wird – natürlich auch an einen hellen Standort – und warten gespannt bis sich wieder neue Blüten bilden. Sobald sie wieder Rispen ausgebildet hat, darf die Orchidee zurück ins Wohnzimmer.

Vermehrung einfach gemacht

Orchideen vermehren sich von alleine. Was aussieht wie ein kleines Geschwür ist ein Ableger der Mutterpflanze – ein sogenanntes Kindel. Umpflanzen kann man das Kindel sobald sich ungefähr vier Wurzeln gebildet haben. Das Kindel unterhalb des Blütenstängels abschneiden (dabei lieber etwas mehr dran lassen), so hält es besser im Substrat. Ein bisschen Wasser geben - und fertig.

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Aus dem Kindel wächst hoffentlich bald eine hübsche Orchidee.

Orchideen umtopfen

Ja, auch erwachsene Orchideen kann man umtopfen. Wann macht das Sinn? Wir empfehlen eine Umtopfung zum Beispiel bei älteren Orchideen mit vertrockneten Wurzeln oder auch wenn das Substrat verbraucht ausschaut. Oder ganz einfach, wenn die Orchidee aufgrund ihres Wachstums einen grösseren Topf braucht. So geht's: Die Orchidee von dem Substrat befreien und alle vertrockneten Wurzeln mit der Schere abschneiden, danach die Pflanze in einen neuen Topf mit neuem Subtrat einsetzen. Die Wurzeln sind manchmal etwas unbeständig, so hilft es anfänglich, die Wurzeln mit einem Stein zu beschweren.