So gelingt die Küchenrenovierung – Tipps & Kostenübersicht

So gelingt die Küchenrenovierung – Tipps & Kostenübersicht

01.03.2025

Eine Küchenrenovation wertet dein Zuhause optisch auf und kann den Immobilienwert steigern – wenn die Investition stimmt. Was sich tatsächlich lohnt und mit welchen Kosten dabei in etwa zu rechnen ist, erfährst du in unseren Tipps und Tricks für deine neue Küche.

Autor: Bernhard Bircher-Suits, FundCom

Deine Küche ist in die Jahre gekommen und muss komplett erneuert oder zumindest aufgefrischt werden? Die Kosten für eine Küchenrenovierung variieren stark und hängen von Faktoren wie etwa Region, Küchengrösse, Materialwahl und Arbeitsaufwand ab. Auch neu benötigte Wasser- oder Stromanschlüsse können dein Umbauprojekt teuer machen.

Eine einfache Renovation mit Ersatz von Küchenfronten und Arbeitsplatten kostet je nach Materialwahl ab 5’000 bis ca. 10'000 Franken. Eine mittlere Renovation mit Ersatz alter oder defekter Elektrogeräte kostet dich zwischen 15'000 und 25'000 Franken. Möchtest du deine Küche komplett und luxuriös umbauen und zum Beispiel den Grundriss verändern, musst du mit bis zu 50'000 Franken und mehr rechnen.

Kostenbeispiele für die Küchenrenovation

  • Einfache Auffrischung: Neue Fronten für alle Schränke (ca. 3'000 Franken), eine Arbeitsplatte aus Laminat/Kunststein (ca. 2'000 Franken) und ein frischer Anstrich der Wände (ca. 1'000 Franken).
  • Mittlere Renovation: Ersatz von Herd, Kühlschrank und Geschirrspüler (ab 6'000 Franken), eine grosse Arbeitsplatte aus Naturstein (ca. 5'000 Franken) und ein neues Spülbecken mit Armatur (ca. 2'000 Franken).
  • Komplettumbau: Neue Einbauküche mit hochwertigen Materialien, Massivholzmöbeln nach Mass, Elektrogeräten wie Induktionskochfeld mit integriertem Dunstabzug, Steamer, Geschirrspüler und intelligentem Backofen der Premiumklasse (Marken wie Miele oder Siemens) und einer neuen Grundrissplanung. Kosten: ab 50'000 Franken.

Tipps für die Planung deiner neuen Küche

Eine neue Küche soll nicht nur optisch überzeugen, sondern auch funktional perfekt zu deinen Bedürfnissen passen. Eine gute Planung ist das A und O. Deswegen solltest du zuerst herausfinden, welche Anforderungen deine zukünftige Küche erfüllen muss:

Deine Anforderungen festlegen

  • Stauraum und Arbeitsflächen planen: Wie viele Küchenschränke, Schubladen und Ablageflächen brauchst du? Bevorzugst du offene Regale oder geschlossene Stauraumlösungen? Brauchst du Vorratsschränke mit Auszügen, Eckschränke mit Drehsystemen oder schmale Schubladen für Gewürze?
  • Ergonomie und Komfort: Soll die Küche unterfahrbar sein oder an eine Körpergrösse von mehr als 175 cm angepasst werden? Erhöhte Arbeitsflächen sowie Geräte in Augenhöhe oder höhenverstellbare Elemente können den Komfort deutlich erhöhen.
  • Elektrogeräte definieren: Welche Geräte sind unverzichtbar? Neben den Standardgeräten wie Kühlschrank, Backofen und Geschirrspüler können auch ein Steamer, eine Mikrowelle oder ein Weinkühlschrank eine Rolle in deiner neuen Küche spielen. Möchtest du intelligente Geräte, die du per App steuern kannst?
  • Funktionalität im Alltag beachten: Brauchst du eine Kochinsel für mehr Bewegungsfreiheit? Soll die Küche offen oder durch Schiebetüren abtrennbar sein? Brauchst du eine klassische Dunstabzugshaube oder setzt du auf moderne Kochfeldabzüge mit integriertem Dunstabzug und Filter?

Realistische Budgetplanung

Setze dir danach ein realistisches Budget und halte immer eine Reserve von 10 bis 15 Prozent der mutmasslichen Gesamtkosten bereit, um unerwartete Kosten bzw. allfällige Kostenüberschreitungen der Handwerker abzudecken. Nutze kostenlose 3D-Online-Küchenplaner sowie Küchenpreis-Rechner, um dir einen ersten Kosten- und Gestaltungsüberblick zu verschaffen. Mit folgenden Tipps sparst du zudem beim Küchenumbau ohne Qualitätsverlust Geld:

  • Bestandteile wiederverwenden: Intakte Schränke mit neuen Fronten aufzuwerten, spart ein Drittel bis die Hälfte der Materialkosten.
  • Geräte-Upgrade staffen: Zuerst den Herd und/oder den Backofen erneuern, später den Kühlschrank. 
  • Direktbezug bei Herstellern: Ohne Zwischenhändler sparst du bis 20 Prozent bei Markengeräten. Nutze auch Sonderaktionen und Preisvergleichsportale.
  • Saisonal einkaufen: Küchenstudios bieten Januar/Februar und August oft Rabatte von 10 bis 15 Prozent.
  • Eigenleistung spart Kosten: So kannst du zum Beispiel das Entsorgen von alten Elektrogeräten bzw. einfache Küchen-Abbrucharbeiten auch selbst erledigen – vorausgesetzt, deine Küche ist frei von heiklen Schadstoffen.

Michael Hügli ist Geschäftsführer des Schweizer Handwerkernetzwerks Buildigo. Es hilft, die besten Handwerker in der Region zu finden. Michael Hügli sagt: «Bestehende Strom- und Wasseranschlüsse weiter zu nutzen, stellt eine kosteneffiziente Strategie dar, um eine Küche zu renovieren.»

Mindestens drei Offerten einholen

Lass dir von mindestens drei Anbietern detaillierte Küchen-Offerten erstellen. Achte darauf, dass du jeweils dieselben Anforderungen stellst und die Offerten auch wirklich gut vergleichbar sind. Vergleiche nicht nur den Preis, sondern auch die enthaltenen Leistungen. Überprüfe, ob Entsorgungskosten oder Lieferung und Montage bereits im Angebot enthalten sind. Vergleiche auch die Garantieleistungen und die Energie-Etiketten der offerierten Elektrogeräte sowie die Ausstattung.

💡 Kostenlose Beratung

Bei unserem Partner Buildigo kannst du dich kostenlos und unverbindlich zu sämtlichen Möglichkeiten für deine neue Küche beraten lassen.

Achtung: Bei einem Küchenumbau fallen oft unerwartete Zusatzkosten für Elektro-, Schreiner-, Gipser-, Fliesen- und Bodenverlegearbeiten an. Diese Zusatzkosten sind in einem reinen ‘Küchenangebot’ in der Regel nicht enthalten.

Wähle die richtigen Materialien

Die Wahl des Materials hat grossen Einfluss auf die Kosten. Zwei Beispiele:

  • Arbeitsplatte: Laminat ist günstig (ab 80 Franken pro Laufmeter), während Naturstein- oder Quarz-Platten bis zu 500 Franken pro Laufmeter kosten können. Der Vorteil von Naturstein: Er ist langlebiger und widerstandsfähiger gegenüber Hitze und mechanischen Beschädigungen als günstige Laminat-Arbeitsplatten. Tipp: Heisse Gefässe nie direkt auf eine Laminat-Arbeitsplatte stellen. Michael Hügli vom Handwerkernetzwerk Buildigo ergänzt zum Thema Arbeitsplatten bzw. Küchenmaterial: «Chromstahl wird oft in Gastroküchen eingesetzt und ist auch im privaten Bereich nicht nur praktisch, sondern sieht auch gut aus».
  • Küchenschränke: In preiswerten Mietwohnungen werden die meisten Küchenfronten aus Lack- und Kunstharz und vor allem aus Kunststoff gefertigt. In der Regel bestehen Küchenfronten aus einer Trägerplatte, also einer MDF- oder Spanplatte, die mit einer Folie beklebt, lackiert oder mit anderen Materialien beschichtet wird. Solche Holzfaser-Fronten (abgekürzt: ‘MDF-Fronten’) sind preiswert, während Massivholz oder Glas deutlich teurer sind. Gut zu wissen: Ein hochwertiges Holzimitat aus Kunstharz ist heute von echtem Holz kaum zu unterscheiden und zudem vergleichsweise pflegeleicht.

Tipp: Denke an die Langlebigkeit: Massivholzküchen sind robuster als günstige Holzfaser-Modelle. Eine massgefertigte Küche vom Schreiner hält meist länger. Dellen lassen sich abschleifen und neu lackieren. Mit der richtigen Pflege ist sie langfristig oft günstiger als eine Billigküche.

Altlasten in Küchen nicht unterschätzen

Wurde deine Küche vor 1990 gebaut? Dann kann es teure Überraschungen geben. Hintergrund: 1989 wurde Asbest als Baumaterial in der Schweiz verboten. Das bedeutet, dass Gebäude, die vor 1990 gebaut wurden, Asbest oder andere Schadstoffe enthalten können. Wurden beispielsweise die Küchenplatten 1978 verlegt, enthält der Leim mit grosser Wahrscheinlichkeit Asbest.

Die Entsorgung solcher gesundheitsgefährdender Altlasten kann bei einer Küchenrenovation hohe Zusatzkosten verursachen. Eine einfache Asbestanalyse in Eigenregie kostet in der Regel bis zu 100 Franken. Wenn du also eine Offerte für deine neue Küche einholst, frag am besten gleich, wie es mit einer etwaigen Entsorgung aussieht.

Energieeffizienz beachten

Achte auf energieeffiziente Geräte (A++ oder besser). Kühlschränke mit No-Frost-Technologie vermeiden Eisbildung und sparen Strom. Geschirrspüler mit Eco-Programmen senken den Wasserverbrauch, Induktionskochfelder sind effizienter als herkömmliche Modelle. LED-Beleuchtung reduziert zusätzlich die Energiekosten. Ein moderner Kühlschrank kann über zehn Jahre hinweg bis zu 1'000 CHF einsparen. 

Investitionen reiflich durchdenken

Nicht jede Investition in eine Küche führt zu einer Wertsteigerung deiner Immobilie. Hier einige Beispiele:

  • Luxus-Geräte: Ein Profi-Herd für CHF 10'000 mag beeindruckend sein, wird jedoch den Immobilienwert kaum im gleichen Verhältnis erhöhen.
  • Exotische Materialien: Arbeitsplatten aus ausgefallenen Materialien wie Onyx oder Kupfer können teuer sein, haben aber oft keinen Wiederverkaufswert.
  • Übertriebene Individualisierung: Ein zu ausgefallenes Design kann potenzielle Käufer abschrecken. Neutralität bzw. zeitlose Farben und Dinge, die dem Massengeschmack bzw. Trends entsprechen, sind hier oft mehr wert.

Fazit

Eine Küchenrenovation ist eine lohnende Investition, wenn sie clever geplant ist. Achte darauf, dein Budget realistisch zu gestalten, und hole dir professionelle Unterstützung bei der Planung und Umsetzung. Investiere in Qualität, wo es Sinn ergibt, und vermeide Ausgaben, die keinen Mehrwert bringen. So kannst du sicher sein, dass deine neue Küche nicht nur schön, sondern auch wertsteigernd ist.

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