- Stockwerkeigentum: Augen auf beim Kauf!
- Was muss ich vor einem Hauskauf beachten?
- Die Umwandlung von Gewerbeobjekten in Wohnräume
- Meine Rechte als Stockwerkeigentümer
- Hauskauf: Gemeinsam Träume verwirklichen
- Immobilie: Was passiert nach einer Scheidung?
- Schenken mit Hindernissen
- Immobilienkauf für Ausländer in der Schweiz: Rechte, Regeln und Tipps
Was muss ich vor einem Hauskauf beachten?
Der Kauf von Wohneigentum gehört zu den grössten finanziellen Entscheidungen im Leben – umso wichtiger ist eine sorgfältige Vorbereitung. Wir zeigen dir, worauf du im Vorfeld achten solltest, damit du dein Wohnglück realisieren kannst.
Passt ein Eigenheim überhaupt zu mir?
Eine zentrale Frage in Sachen Eigenheim stellt sich gleich zu Beginn: Ist diese Wohnform überhaupt das Richtige für dich und deine weiteren Zukunftspläne? Selbstverständlich bringen die eigenen vier Wände eine Menge Vorteile mit sich, aber du gehst damit auch eine langfristige Verpflichtung ein.
Um dies bestmöglich für dich selbst abzuwägen, haben wir dir die Vorteile und Nachteile von Eigenheim in einem separaten Artikel zusammengefasst.
Finanzierbarkeit prüfen
Ist dein Wunsch nach einem Eigenheim gefestigt, gilt es zunächst, mit unserem Hypothekenrechner deinen finanziellen Spielraum abzustecken: Die Kaufinserate durchzusehen, ohne dein Budget zu kennen, kann zwar ein netter Zeitvertreib sein und ‘gluschtig’ machen – soll das Ganze aber konkreter werden, ist die Finanzierbarkeit eine zwingende Voraussetzung.
Dazu müssen nämlich die sogenannte ‘Belehnung’ sowie die ‘Tragbarkeit’ stimmen. Die Belehnung gibt an, zu wie viel Prozent dein Eigenheim mittels Hypothek finanziert ist und wie viel du an Eigenmitteln für den Kauf beisteuerst. Dabei ist in der Schweiz vorgeschrieben, dass du mindestens 20% des Kaufpreises aus der eigenen Tasche bezahlst. Als einfaches Beispiel: Wenn du eine Eigentumswohnung für 800’000 Franken erwirbst, musst du 160’000 Franken (sprich 20%) als sogenannte Eigenmittel einbringen; für die restlichen 640’000 Franken kannst du eine Hypothek beantragen.
Bei dieser Hypothek wird dann die oben erwähnte Tragbarkeit berechnet. Das bedeutet, dass die Bank prüft, ob dein Lohn ausreicht, um die Hypothekenzinsen, Amortisationen und Nebenkosten zu begleichen.
Detaillierte Infos dazu findest du in unserem separaten Beitrag zum Thema Eigenmittel und Tragbarkeit.
Das passende Eigenheim finden
Sobald der finanzielle Rahmen definiert ist, steht der Suche nach deinem neuen Eigenheim nichts mehr im Weg. Ist für dich der Ort (oder zumindest die Region) schon klar, kannst du direkt zu den Inseraten springen, die entsprechenden Filter setzen und checken, was sich zurzeit auf dem Markt befindet.
Bist du geografisch eher flexibel, prüfst du am besten mal unseren Immobilienpreise-Index: Hier siehst du die Immobilienpreise in sämtlichen Gemeinden der Schweiz und hast somit die Chance, in einer günstigen Gegend ein Eigenheim-Schnäppchen zu schlagen.
Sei beim Durchstöbern der Verkaufsanzeigen unbedingt auf der Hut: Auf allen Immobilienplattformen kann es vereinzelt vorkommen, dass ein Betrüger ein Inserat erstellt und dir Geld abknöpfen will. Diese werden zwar rasch wieder gelöscht, aber Vorsicht ist besser als Nachsicht – wenn etwas zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es das oft auch nicht. Mehr Infos zu diesem Thema gibt’s unseren Sicherheitshinweisen.
📱 Kostenlose App
In unserer App profitierst du von zahlreichen Zusatz-Features wie dem Anlegen und Verwalten von Favoriten und Suchabos, der Suche mittels Karte etc. – so findest du noch schneller die richtigen Kaufobjekte.
Die Hausbesichtigung
Hast du ein passendes Haus oder eine passende Wohnung entdeckt und einen Besichtigungstermin vereinbart, geht es nun darum, das Ganze detailliert in Augenschein zu nehmen. Als Vorbereitung dafür liest du als erstes gründlich das Exposé und notierst dir alles, was dir unklar ist, damit du bei der Besichtigung nachfragen kannst (am besten zeigst du es noch jemandem, der sich mit Immobilien auskennt und dir wertvolle Hinweise zu Stolpersteinen etc. gibt). Auch die Infos im Grundbuchamt sind hilfreich. Und ist die Liegenschaft nicht zu weit weg, fahr ruhig an einem Wochenende mal dahin und mach einen Spaziergang durchs Quartier. So gewinnst du einen Eindruck der Umgebung und siehst, ob sie dir zusagt.
Zum Besichtigungstermin selbst solltest du unbedingt pünktlich und angemessen gekleidet erscheinen: Du musst nicht aussehen, als wärst du zur Oscar-Verleihung eingeladen, aber ein seriöser erster Eindruck ist auch hier wichtig. Frag ausserdem die Person, der du vorab schon das Exposé gezeigt hast, ob sie dich begleitet – vier Augen sehen mehr als zwei, insbesondere wenn es sich dabei um geschulte Augen handelt.
Nun nimmst du das ganze Gebäude genau unter die Lupe und erstellst ausreichend Fotos (sofern erlaubt), damit du dir alles nochmals in Ruhe durchsehen kannst. Prüfe ausserdem nicht nur alle Räume, sondern nach Möglichkeit auch die Bausubstanz, das Dach, Fenster, Heizung und sanitäre Anlagen. Der energetische Zustand spielt ebenfalls eine Rolle, vor allem im Hinblick auf künftige Renovationen oder Sanierungen. Erkundige dich deswegen zusätzlich nach der Sanierungshistorie und wann welche Umbauten vorgenommen wurden.
Bei einem Stockwerkeigentum solltest du dich zudem über den Erneuerungsfond informieren: Wie hoch sind die regelmässigen Beiträge und wie viel Geld ist aktuell vorhanden? Steht zum Beispiel in Kürze eine umfassende Dachsanierung an, aber der Erneuerungsfond ist praktisch leer, ist allenfalls mit einer Sonderzahlung zu rechnen.
Letzter Tipp: reiflich überlegen, aber nicht zu lange warten
Hast du eine passende Immobilie gefunden, musst du irgendwann die finale Entscheidung dafür oder dagegen treffen. Dabei ist es wichtig, dass du dir das Ganze reiflich überlegst. Sprich auch mit deiner Familie, Bekannten etc. und denk alle Vor- und Nachteile sorgfältig durch – aber die Entscheidung ewig hinauszögern darfst du auch nicht, da Immobilien ein gefragtes Gut sind und es wahrscheinlich noch andere Interessenten für dein Wunschobjekt gibt. Wartest du zu lange, besteht das Risiko, dass sie dir jemand vor der Nase wegschnappt.
Letzten Endes ist auch einfach dein Bauchgefühl ausschlaggebend: Wenn du es als richtig empfindest, wird es das schon sein.