Wohnung einrichten: Unsere Tipps und Tricks

Die Skandinavier machen es uns mit dem „Hygge-Konzept“ vor: Ein gemütliches und stilvolles Zuhause schafft Wohlbefinden und glückliche Momente. Mit unseren Einrichtungstipps schaffst auch du dir ein Zuhause, das zu dir passt und in dem dir das Wohnen täglich Freude bereitet.

1. Inspiration holen

Bevor du im Detail planst, wie deine Wohnung aussehen soll, solltest du dir zunächst ein Bild verschiedener Einrichtungsstile und aktueller Trends verschaffen. Inspiration holst du dir in den zahlreichen Einrichtungszeitschriften, die es auf dem Markt gibt. Ausserdem ist das Internet natürlich eine nie versiegende Quelle an Ideen zum Einrichten und Dekorieren. Nutzt du Instagram oder Pinterest? Super, denn dort findest du unter einschlägigen Suchbegriffen jede Menge Bilder von Wohnungen, Räumen oder Dekorationsideen. Je mehr unterschiedliche Stile du kennenlernst, desto besser schärfst du auch deinen Geschmack und wirst dir bewusst, wie du wohnen möchtest und was zu deiner Wohnung passt.

Hast du dich für eine Stilrichtung entschieden, kannst du für jeden Raum ein Mood-Board erstellen. Dabei klebst du Fotos verschiedener Möbel, Textilien und Farben auf ein grosses Board (Pinnwand oder grosses Blatt Papier), um sicherzugehen, dass die einzelnen Stücke auch wirklich gut zusammenpassen. Ein Mood-Board hilft dir, den Stil für deine Wohnung herauszuarbeiten und ihm beim anschliessenden Einrichten auch treu zu bleiben.

Wohnung einrichten: Unsere Tipps und Tricks

2. Räume planen

Schau dir die Zimmer deiner Wohnung genau an und entscheide, welcher Raum welche Funktion haben sollte. Dabei musst du die Zimmer nicht unbedingt in der Weise nutzen, wie sie vom Architekten oder Bauherren vorgesehen haben. Viele Eltern entscheiden sich zum Beispiel für einen kleinen Raum als Schlafzimmer und geben dem Nachwuchs lieber die grösseren Räume. Schau dir auch an, wie die Räume aufgebaut sind, wie gross sie sind, wo sich Steckdosen oder Besonderheiten befinden. Hast du eine eher kleine Wohnung, wirst du natürlich andere Möbel aussuchen, als wenn du sehr viel Raum zur Verfügung hast. Übrigens: Es gibt viele Apps, die dir beim Planen helfen. Du kannst einfach die Grundrisse deiner Zimmer einspeichern und die Möbel virtuell in verschiedenen Arten reinstellen, um ein Gefühl für die Räume zu bekommen.

3. Farbkonzept wählen

Ein Mood-Board hilft dir auch dabei, dich für die richtigen Farben zu entscheiden. Helle Farben vergrössern optisch und wirken frisch und fröhlich. Dunklere und kräftigeren Farben schaffen Gemütlichkeit und strahlen Ruhe aus. Trau dich ruhig an Farbe heran, denn weisse Wände wirken schnell kalt und steril. Dabei kannst du entweder alle Wände eines Raumes farbig gestalten oder vielleicht nur eine Wand, die du besonders hervorheben möchtest. Egal wie du es machst, achte darauf, dass auch die Möbel dem Farbkonzept folgen, damit Wände und Einrichtung ein stimmiges Bild ergeben.

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4. Einrichtung aussuchen

Nun geht es an das Herzstück deiner Einrichtung, die Möbel. Überlege dir, wie du sie in den einzelnen Räumen arrangieren möchtest. Dabei sollte die Grösse der Möbel auch zu der jeweiligen Raumgrösse passen. Ein grosser, rustikaler Esstisch aus Holz kann eine kleine Essecke überfrachten. Gleichzeitig wirkt ein kleines 2-Sitzer-Sofa in einem ausladenden Wohnzimmer verloren. Achte auch darauf, nicht alle Möbel einfach an die Wand zu stellen. Spiele mit dem Raum, den du hast und schaffe optische Trennungen zwischen den einzelnen Bereichen. So kann zum Beispiel ein Sideboard als Raumtrenner zwischen Wohn- und Essbereich dienen. Eine Couch, die ein Stück im Raum steht, verleiht optisch mehr Dynamik. Auch Teppiche grenzen Teilbereiche optisch voneinander ab. Das Bett im Schlafzimmer muss nicht unbedingt an der Wand stehen. Sei kreativ und denke ruhig ein wenig um.

Kleine Wohnung einrichten

Ob eine Wohnung gemütlich und geschmackvoll eingerichtet ist, hat nichts mit der Grösse zu tun. Kleine Wohnungen haben aber natürlich weniger Raum. Um so wichtiger ist es, den Platz möglichst gut zu nutzen, ohne die Zimmer zu überfrachten.

Das solltest du beim Einrichten beachten, wenn du eine kleine Wohnung hast:

  • Entscheide dich für multifunktionale Möbel, die man bei Bedarf zum Beispiel aufklappen oder ausziehen kann. Möbel mit Rollen lassen sich flexibel verstellen, wenn sie zum Beispiel vor Schranktüren stehen.
  • Hast du keinen Raum für ein Büro, kannst du eine gemütliche Home Office Ecke im Wohnzimmer oder Schlafzimmer einrichten. Es gibt kleine Pulte, die an der Wand hängen und die man nur dann ausklappt, wenn man sie braucht.
  • Ein Bartisch mit Hockern kann prima als Essplatz dienen und benötigt nicht viel Raum.
  • Spiegel lassen kleine Zimmer grösser wirken, reflektieren das Licht und sorgen für Eleganz.
  • Plane Regale und Schränke bis zur Decke. Das streckt den Raum optisch und schafft mehr Stauraum.
  • Auch bodenlange Vorhänge und Gardinen machen den Raum höher und schaffen optisch Platz.
  • Nutze Nischen und Ecken für Stauraum.
  • Montiere Regale oder Schränke an die Wand, anstatt sie auf den Boden zu stellen. Je mehr freie Bodenfläche du hast, desto weniger voll wirken kleine Räume.
  • Helle Farben vergrössern optisch, deswegen sind sie für kleine Zimmer besonders gut geeignet. Du kannst aber auch mutiger in den Farbtopf greifen, denn dunklere Farben sorgen für besonders viel Gemütlichkeit und schaffen optisch Tiefe. Mit etwas Geschick und den richtigen Lichtakzenten kann das in einem kleinen Raum sehr charmant und edel wirken.

Grosse Wohnung einrichten

In einer grossen Wohnung hast du natürlich sehr viele Möglichkeiten und kannst bei der Einrichtung kreativ werden. Das macht die Sache aber nicht unbedingt einfacher. Grosse Räume können schnell steril oder kühl wirken und es ist nicht immer leicht, sie gemütlich zu gestalten. Hier können dunklere und kräftigere Farben helfen, denn diese sorgen für eine gemütliche und warme Stimmung. Ausserdem solltest du in einem grossen Zimmer klare Strukturen schaffen, sonst können die Möbel wie zufällig zusammengewürfelt wirken. Gestalte die einzelnen Bereiche nach Themen und grenze sie optisch voneinander ab. So kannst du zum Beispiel in einem grossen Wohnzimmer einen Bereich als Essplatz nutzen, einen Bereich für die Couchecke und den Fernseher und einen Bereich als Leseecke mit einem gemütlichen Sessel, einem Bücherregal und einem dezenten Leselicht. Eine gute Idee ist es, die einzelnen Bereiche zusätzliche mit Lichtakzenten voneinander abzutrennen. Und natürlich kannst du in einem grossen Haus auch zu grossen Möbelstücken greifen. 

5. Textilien zusammenstellen

Egal ob du eine kleine Wohnung hast oder ein grosses Haus, mit Stoffen kleidest du dein Zuhause ein, machst es wohnlich und gemütlich. Zusätzlich schlucken sie den Schall. Hast du das Gefühl, dass es ungewöhnlich laut ist, wenn du mehrere Gäste zum Essen eingeladen hast, obwohl diese sich nur unterhalten? Hier helfen Textilien und dämmen die Geräusche. Gardinen und Vorhänge bringen eine komfortable Stimmung. Teppiche bilden einen schönen Rahmen für deine Möbel. Auch können sie helfen, den Raum zu strukturieren. Tagesdecken und Kissen auf der Couch laden zum Kuscheln ein. Achte aber auch bei der Auswahl der Textilien drauf, dass Farben und Materialien zusammenpassen und miteinander und mit deiner Einrichtung harmonieren.

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6. Lichtakzente setzen

Klar, die meisten Zimmer haben ein Hauptlicht an der Decke. Wenn du dein Zuhause aber stilvoll und gemütlich gestalten möchtest, sollte das nicht die einzige Lichtquelle in den Zimmern bleiben. Unser Tipp: Erarbeite ein Lichtkonzept. Wie du das anstellst und warum das eine gute Idee ist, zeigen wir dir in unserem Artikel zum Thema Licht.

7. Dekorieren

Wenn dein Zuhause fertig eingerichtet ist, alle Möbel stehen und eingeräumt sind, kannst du mit den i-Tüpfelchen anfangen und deine Wohnung oder dein Haus dekorieren. Nicht jeder hat ein angeborenes Talent und ein Händchen dafür. Wir geben dir Tipps und Ideen, wie du deine Wohnung dekorieren kannst:

  • Pflanzen bringen Leben und Energie in deine Wohnung, die sollten in keinem Zuhause fehlen.
  • Eine schöne Kombination ergeben indirektes Licht und Pflanzen. Stelle einfach eine Lampe hinter den Blumentopf und knipse das Licht abends an. Die Pflanze wird so von hinten angeleuchtet und schafft Wärme und Gemütlichkeit.
  • Kerzen, Blumen, Bilderrahmen: Wohnaccessoires wirken stimmiger, wenn man sie gruppiert. Stelle die einzelnen Gegenstände also nicht irgendwie verteilt auf die Fensterbank oder den Kaminsims. Bilde Gruppen, die eine Einheit schaffen. Du kannst sie zum Beispiel gemeinsam auf ein Tablett stellen. Oder du stellst die kleineren Accessoires nach vorne und lehnst dahinter ein Bild an die Wand. Das Bild ist der Rahmen für die vorderen Dekoartikel. 
  • Gruppiere die Accessoires in ungeraden Stückzahlen, das sieht schöner aus. Innerhalb der Gruppen sollte eine harmonische Dynamik zwischen grossen und kleinen Gegenständen herrschen.
  • Souvenirs der letzten 20 Jahre im offenen Regal? Das ist keine gute Idee. Stelle nicht zu viele Accessoires an einen Ort. So nimmst du ihnen den Raum zu wirken und es sieht überfrachtet statt stilvoll aus. Hier gilt Mut zur Lücke!
  • Auch deine Dekoration sollte deinem Farb- und Wohnungskonzept folgen. Aber Achtung, mach nicht alles aus einem Guss, sonst fühlst du dich schnell wie in einem Möbelhaus. Unser Tipp: Wähle einen konsequenten Stil als Basis und garniere ihn mit persönlichen Lieblingsstücken, die gerne auch aus der Reihe tanzen dürfen. So bringst du deine individuelle und persönliche Note in deine Einrichtung.
  • Setze dich nicht unter Druck, alles perfekt dekorieren zu müssen. Erstens hat man im Alltag ohnehin immer wieder irgendwelche Dinge rumfliegen, die das Gesamtbild nicht perfekt machen. Zweitens kannst du mit verschiedener Dekoration spielen, unterschiedliche Dinge ausprobieren und immer wieder etwas Neues hinstellen.

Zum Schluss geben wir dir noch den ultimativen Einrichtungs-Tipp mit auf den Weg: Mache keine halben Sachen und stelle alle Arbeiten bis ins Detail fertig. Auf die Details kommt es nämlich nachher an. Allzu schnell hat man sich an die von der Decke baumelnde Glühbirne gewöhnt und vergisst, dass man dort eigentlich eine schicke Lampe hängen haben wollte. Und je länger man es so lässt, desto schwerer fällt es, sich aufzuraffen und den Zustand zu ändern. Deshalb: Im Endspurt nicht die Energie verlieren. Mache die Dinge so fertig, wie du sie geplant hast. Du wirst dich im Alltag täglich darüber freuen.

Wir wünschen dir viel Freude beim Einrichten und Dekorieren!

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