Wohnzimmer einrichten: So wird's gemütlich​​

Herein in die gute Stube: Im Wohnzimmer kommt man mit Familie und Freunden zusammen, es wird gespielt, erzählt und gelacht und abends lässt man den Tag auf der Couch ausklingen. Grund genug, sich bei der Einrichtung des Wohnzimmers ein paar (gute) Gedanken zu machen. Wir haben Tipps und Ideen, wie du dein Wohnzimmer modern und gemütlich einrichten kannst.

1. Auf die Grösse kommt es an: Grosses oder kleines Wohnzimmer?

Für die Gemütlichkeit und das richtige Ambiente spielt es eigentlich keine Rolle, wie gross dein Wohnzimmer ist. Entscheidend ist, dass du deine Einrichtung und Möbel der Grösse entsprechend auswählst. So kann jeder Raum modern, stilsicher und stimmig eingerichtet werden. Es ist zum Beispiel nicht ratsam grosse, schwere Möbel in einen kleinen Raum zu stellen oder kleine, filigrane in einen grossen Raum. Bevor du dir also konkrete Gedanken machst, wie dein gemütliches Wohnzimmer aussehen soll, ist es eine gute Idee, dir über Grösse und Proportionen des Raumes bewusst zu werden, damit du die Einrichtung dementsprechend geschickt auswählst.

Wenig Raum: Tipps zum Einrichten eines kleinen Wohnzimmers

  • Prinzipiell machen Licht und möglichst viel freie Bodenfläche einen kleinen Raum grösser.
  • Zarte und helle Farben lassen kleine Räume grösser erscheinen. Trau dich ruhig an Farbe heran, ganz weisse Wände wirken schnell steril und ungemütlich. Die Möbel und Dekoration wählst du am besten Ton in Ton mit der Wandfarbe.
  • In kleinen Räumen sollten prinzipiell kleine Möbel stehen. Oder besser gesagt filigrane, schlanke Möbel. Diese können trotzdem bequem und kuschelig sein. Achte darauf, dass deine Möbel möglichst viel Licht durchlassen. Bei Sofas oder Kommoden erreicht man das zum Beispiel durch hohe, dünne Füsse. So wird auch automatisch mehr Bodenfläche sichtbar. Sessel oder Stühle mit Geflecht (z.B. Rattan) sind modern, leicht und lassen Licht durch.
  • Spiegel sind eine sehr gute Idee, um kleinen Räumen mehr Weite zu geben. Lehne zum Beispiel einen grossen, runden Spiegel auf dem Sideboard gegen die Wand. Er reflektiert das Licht und wirkt sehr elegant.
  • Ist dein Wohnzimmer schmal oder hat es niedrigen Decken? Mit den richtigen Mustern kannst du den Raum optisch dehnen: Querstreifen strecken in die Breite und Längsstreifen in die Höhe. Streifen kannst du durch Bilder nutzen, an den Wänden oder aber auch durch die richtigen Möbelstücke erzeugen (z.B. mit einem langen, niedrigen Sideboard).
  • Unser Tipp: Kleine Räume wirken schneller voll und überladen. Deswegen solltest du Dekorationselemente und Bilder sehr zurückhaltend aussuchen. Weniger ist hier mehr. Lass den Stücken genug Luft und Raum, um zu wirken. Das bringt Ruhe und Ausgeglichenheit ins Zimmer. 

Viel Platz: Tipps zum Einrichten eines grossen Wohnzimmers

  • In einem grossen Raum hast du natürlich sehr viel mehr Möglichkeiten, deine Einrichtung zu gestalten. Prinzipiell gilt hier: Grosse Räume sollten auch grosse Möbelstücke und Accessoires beherbergen. Kleine Elemente wirken schnell verloren und fehl am Platz.
  • Ein grosses Wohnzimmer verträgt dunklere und sattere Farben. Entscheidest du dich dafür, solltest du aber nur eine Wand als Highlight dunkel streichen, sonst könnte es schnell zu düster werden.
  • Nutze den Platz: In grossen Räumen sollten nicht alle Möbel direkt an der Wand stehen. Das verdrängt sie an den Rand und lässt in der Mitte ein grosses Loch entstehen. Rücke das Sofa ruhig ein Stück in den Raum, vielleicht sogar in die Mitte des Raumes als Zentrum. Das wirkt elegant und modern. Bücherregale können als Raumteiler dienen und auch ruhig mal in den Raum reintragen.
  • Hast du einen kombinierten Wohn-/Essraum? Dann empfehlen wir dir, die einzelnen Bereiche optisch voneinander abzugrenzen. Das geht z.B. mit Teppichen, mit Raumteilern oder mit unterschiedlichen Materialien oder Farben. Hier ist allerdings Vorsicht geboten: Auch wenn du unterschiedliche Farben und Stoffe wählst, sollten diese doch zusammenpassen und nicht völlig unterschiedlichen Welten entspringen.
  • Du bist ein Home Cinema Fan? Dann kannst du dein grosses Wohnzimmer prima mit einer Leinwand und einem Beamer ausstatten und auf den Fernseher verzichten. Die Leinwand kann man an der Decke befestigen und nur ausrollen, wenn sie gebraucht wird. Darum werden dich deine Freunde beneiden.
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2. Die klare Linie: Welcher Stil darf es sein?

Hast du dich mit der Grösse des Raums beschäftigt und weisst, worauf du achten musst, kannst du dir überlegen, welcher Einrichtungsstil dir gefällt. Inspirationen kannst du dir auf Plattformen wie Instagram oder Pinterest holen. Überlege dir, was dir gefällt. Magst du es lieber reduziert und dezent? Dann könnten das moderne minimalistische Design oder auch der angesagte Scandi-Look etwas für dich sein. Oder magst du es opulenter und rustikaler? Dann schau doch mal in der Landhaus-, Retro- oder Boho-Ecke vorbei. Die Wahl einer Stilrichtung hilft dir, einen roten Faden in der Einrichtung beizubehalten. Es spricht aber natürlich überhaupt nichts dagegen, Elemente aus verschiedenen Stilrichtungen zu kombinieren. Solange sie etwas miteinander zu tun haben.

3. Jetzt wird’s bunt: Wähle deine Farbe

Bestimmte Einrichtungsstile bringen bereits typische Farben mit. So ist der Scandi-Stil zum Beispiel geprägt von hellen, sanften Tönen. Hier spielen vor allem weiss, beige, grau oder rosé eine Rolle. Du kannst also die Wahl der richtigen Farben leicht ableiten. Schaue dir den Raum aber nochmal genau an. Ist er gross oder klein? Welche Wände eignen sich, hervorgehoben zu werden? Und wie kannst du die Wandfarbe in der Einrichtung wieder aufgreifen?

Unser Tipp: Definiere eine Farbpalette von drei bis sechs Farben, die zueinander passen und die du gerne nutzen würdest. Dann suchst du dir drei Farben aus, die deine Hauptfarben werden. Diese nutzt du für die Auswahl der Möbel, der Wandfarben und Textilien. Die restlichen Farben kannst du nutzen, um Highlights zu setzen. Sie werden reduzierter als Hingucker verwendet (z.B. für einzelne Kissen oder kleinere Accessoires).

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4. Wohnzimmer Must-Have: Das Sofa

Wohnen oder Couch ist schwer vorstellbar. Ein Sofa ist wohl das zentrale Möbelstück eines jeden Wohnzimmers und sollte eines der ersten Stücke sein, das du aussuchst. Hier gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. So laden zum Beispiel zwei Sofas, die sich gegenüberstehen, zu geselligen Abenden mit Freunden ein. Andere bevorzugen die grosse Couch-Landschaft zum Chillen. Oder ganz klassisch, einen 2- oder 3-Sitzer kombiniert mit ein oder zwei Sesseln, die eine Gruppe bilden. Welche Variante für dich die richtige ist, kommt natürlich einerseits auf den Raum an (ist er gross oder klein, verwinkelt oder rechteckig?) und andererseits auf dich und die Menschen, die in dem Wohnzimmer wohnen. Schaust du gerne abends fern und möchtest dabei liegen und entspannen? Dann sollte dein Sofa gross genug sein, damit du es auch gemütlich hast. Oder sitzt ihr eigentlich immer am Esstisch zusammen und das Sofa wird selten genutzt? Dann kann es auch ein wenig dezenter ausfallen und Platz für andere Möbel lassen.

Unser Tipp: Für welche Couch du dich auch entscheidest, setz dich vorher darauf und überzeuge dich davon, dass sie so bequem ist, wie du es erwartest. Es bringt nichts eine schicke Couch zu haben, die aber so ungemütlich ist, dass sich doch keiner draufsetzen will. Und stelle sicher, dass deine Wahl zu den Farben und dem Stil passt, den du definiert hast. So sollte sie beispielsweise farblich zu der Wand passen, vor der sie steht (Ton in Ton oder mit Kontrast).

5. Stimmungsmacher: Die richtige Beleuchtung

Egal, wie geschmackvoll und detailverliebt du dein gemütliches Wohnzimmer einrichtest, es ist das Licht, was dem Raum die ganz besondere Atmosphäre verleiht. Dabei kannst du dich an den folgenden Faustregeln orientieren, mit denen du deine Beleuchtung optimal arrangierst:

  • Verteile deine Lichtquellen gleichmässig auf drei Ebenen, z.B. ein Deckenlicht, Stehlampen und Beleuchtung am Boden.
  • Plane für einen durchschnittlich grossen Raum mindestens drei Leuchten, gerne mehr. Du solltest pro Quadratmeter Raum etwa 100 Lumen einplanen (Lumen = Lichtmenge, in der Regel wird der Lumen-Wert auf der Verpackung des Leuchtmittels angegeben).
  • Wähle eine gute Mischung aus direktem und indirektem Licht, das du nach Bedarf zusammen oder einzeln einschalten kannst.

Wie du dein Zuhause optimal ausleuchtest, erfährst du in unserem Artikel zum Thema Lichtkonzept für deine Wohnung.

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6. Das i-Tüpfelchen zum Schluss: Dekoration und Textilien

Wenn die Farbe an den Wänden trocken ist und alle Möbel richtig stehen, kannst du dein Wohnzimmer dekorieren. Auch hier solltest du immer drauf achten, wie gross der Raum ist und wie viel Fläche du zur Verfügung hast. Überfrachte deine Regale und Fensterbretter nicht, weniger ist mehr.

Deko-Artikel stellst du am besten nicht alleine hin, sondern gruppierst sie in einer ungeraden Zahl. Das wirkt edel und modern.

Textilien gestalten ein heimeliges Ambiente, Decken und Kissen auf der Couch laden zum Kuscheln ein. Durch Vorhänge bekommen deine Fenster eine stilvolle Verkleidung und Teppiche schaffen Strukturen und teilen dein gemütliches Wohnzimmer in sinnvolle Bereiche.

Unser Tipp: Auch beim Dekorieren solltest du dem Design und Stil deines Wohnzimmers treu bleiben. Mach es allerdings nicht zu perfekt, sonst kann dein Zuhause auch schnell wirken, wie ein Möbelhaus. Liebgewonnene persönliche Erinnerungen machen den Raum zu deinem Zuhause und Stilbrüche wirken spannend und können echte Hingucker sein.

7. Weg mit der Mattscheibe? Wohnzimmer ohne TV

Bis vor einigen Jahren schwer vorstellbar, entscheiden sich heute immer mehr Menschen dafür, kein Fernsehgerät mehr im Wohnzimmer zu haben. Klar, Serien, Filme und TV kann man schliesslich auch prima auf dem Tablet oder Handy schauen. Warum also das schön eingerichtete Zuhause mit so einer grossen, schwarzen Kiste "verunstalten"?

Tatsächlich ergeben sich ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten, wenn man auf den TV im Wohnzimmer verzichtet. Zum einen muss die Couch nun nicht mehr zwingend auf den Fernseher gerichtet sein. Vielleicht hast du eine grosse Fensterfront mit einer schönen Aussicht? Warum nicht das Sofa in Richtung Fenster ausrichten?

Oder du stellst Sofa, Stühle und Sessel in eine Art Kreis, sodass du eine gesellige, einladende Runde kreierst. Der Platz auf dem Sideboard, der frei wird, kann für schöne Deko-Artikel genutzt werden. Oder du nutzt den frei gewordenen Raum, um dir eine kleine Bibliothek einzurichten: Ein hübsches Bücherregal, ein bequemer Sessel und eine edle Stehlampe laden dich abends zum Lesen statt zum Glotzen ein.

Gerade für Familien mit kleinen Kindern kann ein modernes Wohnzimmer eben eins ohne TV sein. Vielleicht sorgt es ja sogar dafür, dass Zuhause mehr miteinander erzählt statt miteinander ferngesehen wird.

Wir wünschen dir viel Spass beim Einrichten deines Wohnzimmers!

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