Ungeschriebene Gesetze in einer WG

Endlich – Du hast das Hotel Mama verlassen und konntest ein tolles WG-Zimmer im hippen Ausgehquartier ergattern! Doch worauf solltest du nun im neuen, unbekannten WG-Alltag achten? Wir geben dir ein paar nützliche Tipps mit auf den Weg.

Eine Wohngemeinschaft ist etwas Tolles: Man hat immer jemandem zum Reden, kann gemeinsam die ersten unbeholfenen Kochversuche starten und Freund*innen fürs Leben finden. Damit das Zusammenleben auch harmonisch verläuft und du nicht gleich am ersten Tag schon ins Fettnäpfchen trittst, solltest du diese ungeschriebenen Gesetze in einer WG unbedingt verinnerlichen!

Ungeschriebene Gesetze in einer WG

Notwendiges Übel: Der Putzplan

Damit die Wohnung nicht schon nach kürzester Zeit einem Schweinestall gleicht, sollte jede WG einen Putzplan erstellen. Was auf den Putzplan gehört: Täglich und wöchentlich zu erledigende Ämtli – wie etwa Abwaschen, Staubsaugen, Bad und Toilette putzen, Müll rausbringen usw. – bei denen man sich regelmässig abwechseln sollte. Und falls deine WG-Partnerin wieder mal vergessen hat, die Geschirrspülmaschine mit all den Tellern voller angetrockneter Essensreste laufen zu lassen, kannst du ihr liebevoll mahnend die Ohren lang ziehen und auf den Putzplan verweisen.

Streitpunkt Kühlschrank

Es gibt WGs, in denen geht jede*r mal einkaufen und trägt so zu einem vollen Kühlschrank bei. In anderen WGs wiederum kauft jede*r für sich ein und bekommt einen festen Platz im Kühlschrank zugewiesen, an dem er seine Energydrinks, Joghurts oder Tofu-Patties lagern kann. Hier gilt: Vergreife dich nicht am Essen deiner Mitbewohner*innen! Wenn dein WG-Gspänli nämlich mitten in der Nacht Lust auf seinen Proteinriegel hat und dieser nicht mehr am angestammten Platz liegt, kann so manche*r Mitbewohner*in zum Hulk werden. Ebenso ein No-Go: Wenn das Gemüse Pelz trägt! Dann ist es nämlich allerhöchste Eisenbahn, seinen Teil oder bestenfalls gleich den ganzen Kühlschrank zu reinigen, um eine Kontamination zu verhindern.

Leben und leben lassen

Wie wunderbar ist es doch, mit den unterschiedlichsten Charakteren unter einem Dach zu leben. Angeregte Diskussionen bis tief in die Nacht erweitern den Horizont und mögen das eine oder andere Aha-Erlebnis für dich in petto haben. Und auch wenn du nicht immer gleicher Meinung bist, so solltest du doch immer einen respektvollen Umgangston pflegen. Lasse daher auch Platz auf dem Grill für die veganen Würstchen deines Mitbewohners und habe auch ein offenes Ohr für den Musikgeschmack deiner punkliebenden Mitbewohnerin!

Das liebe Geld

Wegen Streitigkeiten um Geld sind schon die besten Freundschaften in die Brüche gegangen und es haben sich Familienmitglieder in die Haare gekriegt. Daher gilt auch in der WG: Geldschulden sind KEINE Ehrenschulden! Bezahle deinen Anteil der Miete und die Nebenkosten rechtzeitig und plane diese Ausgaben rechtzeitig in deinem Budget ein.

Ungeschriebene Gesetze in einer WG

My home is my castle – oder Anklopfen erwünscht

Kannst du dich noch an die Zeit erinnern, als du Teenie warst und deine Eltern ohne zu klopfen in dein Zimmer stürmten? Wie hast du dich damals grün und blau geärgert und dich vor deinem Schwarm geschämt! Das eigene Zimmer ist schliesslich ein Rückzugsort, an dem die Privatsphäre auf jeden Fall gewahrt werden sollte. Viele WGs handhaben es daher so: Eine geschlossene Tür bedeutet "Ich möchte meine Ruhe haben", während eine offene Tür sagt: "Ich hab Zeit für dich!"

Wir müssen reden!

Die Milch ist wieder mal leer, die Dusche voller Haare und die Bässe deiner Mitbewohnerin lassen dein Bett nachts beben? Suche das klärende Gespräch. Gemeint ist hier eine Unterhaltung von Angesicht zu Angesicht und nicht eine Nachricht im WG-WhatsApp-Chat! Die Kommunikation auf die gute alte Art kann nämlich dafür sorgen, dass Probleme besprochen und Missverständnisse aus der Welt geschafft werden können. Und selbst wenn du dich streiten solltest: Auf Regen folgt Sonnenschein – und manchmal tut es einfach auch gut, wenn sich Gewitter entladen können.

Am WG-Leben teilnehmen

Sei dir darüber im Klaren, worauf du dich eingelassen hast: Du wohnst in einer Wohngemeinschaft! Das heisst eben auch, dass man am WG-Leben teilnehmen und sich nicht permanent in seinem Zimmer verbarrikadieren sollte. Geniesse das Leben mit deinen WG-Genoss*innen und habe teil an dieser bereichernden Form des Zusammenlebens, denn das stärkt den Zusammenhalt. Rede über Gott und die Welt, feiere tolle WG-Partys, veranstalte lustige Brettspiel-Abende und koche regelmässig etwas Feines mit deinen Kolleg*innen. Kurz: Geniesse diese aussergewöhnliche Zeit, die du sicher nie vergessen wirst!