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Gegenstände im Treppenhaus: Das musst du dazu wissen
Treppenhäuser werden oft als Abstellraum für Gegenstände benutzt, die man nicht in der Wohnung haben möchte. Von Rechts wegen ist dies aber nicht erlaubt – oder nur mit Genehmigung der Verwaltung. Hier erklären wir die Gründe dafür.
Sicherheit im Treppenhaus: Diese Regeln gelten
Der Hauptgrund, warum das Treppenhaus nicht als Lagerraum genutzt werden darf, sind feuerpolizeiliche Vorschriften. Das Abstellen und Lagern von Sportgeräten, Möbeln, Kinderwagen und anderen Gegenständen im Treppenhaus kann nämlich dazu führen, dass Fluchtwege versperrt werden. Die schweizerischen Brandschutzvorschriften schreiben vor, dass Flucht- und Rettungswege über Treppenhäuser immer gewährleistet sein müssen. Treppenhäuser müssen frei und sicher zu begehen sein und dürfen keinem anderen Zweck dienen als dem Zugang zu den Wohnungen.
Freie Treppenhäuser: Flucht- und Rettungswege im Notfall
In einem Mietshaus sind oft keine anderen Fluchtwege als Treppenhäuser vorhanden. Im Fall eines Brandes verlassen alle ihre Wohnung über das Treppenhaus. Feuerwehr und Sanität leisten ihren Einsatz meist ebenfalls über das Treppenhaus. Ausserdem soll vermieden werden, dass sich durch herumliegende Gegenstände Feuer verstärkt oder Rauch entwickelt.
Weitere Vorschriften
Das Treppenhaus soll nicht nur frei von Gegenständen sein, sondern noch weiteren Anforderungen genügen: Oberflächen dürfen nicht brennbar sein und die Fluchtwegbreite muss mindestens 1.20 Meter betragen. Definierte Brandabschnitte, also baulich abgegrenzte Bereiche, verhindern, dass sich ein Feuer weiter ausbreitet.
Was darf im Treppenhaus abgestellt werden?
Wo es niemanden stört und die Fluchtwege nicht behindert werden, kann die Verwaltung Gegenstände im Treppenhaus erlauben. Am besten wird in diesem Fall die Regelung (ebenso wie jene zur Nutzung von Veloraum oder Waschküche) schriftlich in einer vernünftig und sachlich begründeten Hausordnung festgelegt. Fussmatten vor der Haustür sind im Allgemeinen toleriert.
Tolerierung von Gegenständen im Treppenhaus
Obwohl Mieterinnen und Mieter ihre Siebensachen nur mit Zustimmung der Vermietung im Treppenflur lassen dürfen, muss diese Zustimmung nicht ausdrücklich sein, sondern kann auch stillschweigend erfolgen. Wenn beispielsweise Kinderschuhe oder Topfpflanzen im Treppenhaus deponiert werden, ist das so lange in Ordnung, bis die Verwaltung die stillschweigende Genehmigung widerruft oder andere Mietparteien sich über die Gegenstände beschweren.
Muss die Verwaltung alle Mietparteien gleich behandeln?
Nein, die Verwaltung muss nicht alle Mietparteien gleich behandeln. Sie kann die Topfpflanze einer Mietpartei im Treppenhaus tolerieren und von einer anderen Mietpartei verlangen, dass das Skateboard weggeräumt wird.
Gegenstände im Treppenhaus: Gewohnheitsrecht, Mahnung und Kündigung
Ändert die Verwaltung ihre Meinung bezüglich der Gegenstände im Hausflur plötzlich, können die Mietparteien je nachdem auf Gewohnheitsrecht pochen (jedoch Anordnungen nicht einfach ignorieren, auch wenn sie diese nicht nachvollziehbar erscheinen). Wichtig sind die folgenden Merkpunkte:
- Zwar kann die Verwaltung keine Kündigung wegen Gegenständen im Treppenhaus aussprechen, ohne vorher eine Mahnung angebracht zu haben.
- Zeigt sich eine Mietpartei jedoch über längere Zeit und trotz Mahnungen uneinsichtig, muss sie mit einer Kündigung rechnen.
- Wenn es Unklarheiten bezüglich der Hausordnung gibt, empfehlen wir dir deshalb, den Dialog mit der Verwaltung zu suchen, bevor der Konflikt eskaliert.
Wo darf man den Kinderwagen deponieren?
Dass ein Kinderwagen im engen Eingangsbereich eines Treppenhauses stört, ist leicht einzusehen. Was aber, wenn keine anderen Abstellplätze für Velos, Spielgeräte und Ähnliches zur Verfügung gestellt werden? Allgemein gilt: 'Wie gesehen, so gemietet.'
War bei der Wohnungsbesichtigung kein Velo-Parkplatz vorhanden, kann nach Bezug der Wohnung auch keiner verlangt werden. Es lohnt sich also, die Frage nach möglichen Parkgelegenheiten für Kinderwagen und Velos zu stellen, bevor du den Mietvertrag zu deiner neuen Wohnung unterschreibst.