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Ärger mit dem Vermieter: Was sind deine Rechte?
Ärger mit dem Vermieter oder der Vermieterin ist unangenehm. Es ist aber wichtig, dass du über deine Rechte informiert bist und weisst, wie man Probleme mit dem Hausbesitzer oder der Hausbesitzerin lösen kann.
Die häufigsten Beschwerden von Mieterinnen und Mietern drehen sich um Themen wie Reparaturen, ausbleibende Rückzahlungen und Fragen bezüglich Unterlagen. Ein weiterer Streitpunkt ist oft die Privatsphäre der Mietparteien.
Wie gehe ich einem Streit aus dem Weg?
Um Streit zu vermeiden, ist es zentral, dass du deine Rechte und Pflichten verstehst. Vor dem Einzug in deine neue Wohnung müssen zu Beginn alle Unterlagen genau durchgelesen werden, die den Mietvertrag betreffen. Insbesondere den Mietvertrag, das Übergabeprotokoll und die Hausregeln solltest du sorgfältig studieren: So kannst du allfällige Missverständnisse vermeiden und bist dir bewusst, was von dir erwartet wird und was deine Rechte sind.
Wir empfehlen dir ausserdem, dich mit den Grundlagen des Mietrechts auseinanderzusetzen. Du findest in unserem Ratgeber zahlreiche Artikel zum Thema Mietrecht.
Wichtig für die Mietpartei: Sorgfaltspflicht
Viele Auseinandersetzungen kannst du verhindern, indem du dich korrekt verhältst und deine Pflichten wahrnimmst. Ein wichtiger Punkt ist die Sorgfaltspflicht. Du bist verpflichtet, mit der Mietsache sorgfältig umzugehen und auf die Nachbarn Rücksicht zu nehmen.
Die folgenden Fälle sind übliche Beispiele für eine Verletzung der Sorgfaltspflicht:
- Du meldest einen Ungezieferbefall nicht rechtzeitig
- Aus deiner Waschmaschine läuft Wasser aus und es entsteht ein Schaden. Du meldest dies nicht sofort der Verwaltung
- Du feierst eine laute Party bis in die frühen Morgenstunden
Die Sorgfaltspflicht gilt nicht nur für deine eigene Wohnung, sondern auch für gemeinsam genutzte Räume wie das Treppenhaus oder den Waschraum.
Methoden, um die Beziehung aufzulockern
Ein relevanter Faktor für einen angenehmen Umgang miteinander ist die Kommunikation. Versuche, Dialoge offen und freundlich zu führen: Wenn du dich offensichtlich sorgfältig um dein Zuhause kümmerst und dir Ordnung am Herzen liegt, entspannt das die Lage bereits und die Zusammenarbeit wird angenehmer.
Wie kannst du dich schützen?
Während der Mietdauer ist es eine gute Idee, Absprachen mit der Verwaltung zu dokumentieren: Halte jeweils Ort, Datum, Uhrzeit, Thema und Ergebnis des Gesprächs schriftlich fest. Wir empfehlen dir ausserdem, eine Kopie aller Anfragen und anderen Dokumenten aus deinem Mietverhältnis aufzubewahren. Diese Informationen können sich in einem Streitfall als nützlich erweisen.
Wo finde ich im Extremfall Hilfe?
Wenn der Streit zu weit fortgeschritten ist und Kommunikation alleine nicht mehr hilft, solltest du dir professionelle Hilfe holen. Beim Mieterverband kannst du dich auch als Nichtmitglied von Fachjuristen beraten lassen. Generell ist die Webseite des Mieterverbands die beste Anlaufstelle für alle Themen rund um den Mieterschutz. Wenn das nicht ausreicht, solltest du dich an eine Fachperson wenden wenden, die sich mit dem relevanten Recht auskennt.
Pflichten als Mietpartei
Du hast natürlich nicht nur Rechte, sondern auch gewisse Pflichten, die du einhalten musst. Wir haben für dich sechs zentrale Punkte gesammelt, die du beachten solltest, damit dein Mietverhältnis einwandfrei verläuft.
1. Mietkaution zahlen
Wenn dies im Mietvertrag festgehalten wurde, musst du bis zu drei Monatsmieten als Sicherheit auf einem Mietzinsdepot hinterlegen. Nach Beendigung des Mietverhältnisses kannst du die Rückerstattung der Sicherheit verlangen – abzüglich etwaiger Kosten für benötigte Reparaturen nach deinem Auszug.
2. Pünktlich Miete zahlen
Die wohl wichtigste Pflicht als Mietpartei ist die Einhaltung aller Zahlungstermine. Du bist verpflichtet, den Mietzins und die Nebenkosten am Ende des Monats bezahlen, wenn kein anderer Zeitpunkt vereinbart wurde oder ortsüblich ist. Bist du mit der Zahlung im Rückstand, erhältst du schriftlich eine Frist zur Zahlung setzen. Die Verwaltung hat das Recht, dir anzudrohen, dass bei Ablauf der Frist das Mietverhältnis gekündigt wird. Diese Frist muss mindestens zehn Tage dauern. Wenn du innerhalb der gesetzlichen Frist nicht bezahlst, kann dir die Verwaltung mit einer 30-tägigen Frist auf Ende eines Monats kündigen.
3. Mängel melden
Des Weiteren gibt es die sogenannte Meldepflicht. Man versteht darunter die Pflicht, Mängel, die du nicht selber beseitigen musst, zu melden. Wenn du diese Pflicht nicht wahrnimmst und daraus weitere Folgeschäden entstehen, musst du für diese haften.
4. Untermiete: Verwaltung fragen
Wenn du das Mietobjekt ganz oder teilweise untervermietest, musst du dafür die Zustimmung der Verwaltung einholen. Die Verweigerung der Zustimmung ist jedoch nur möglich, wenn die Bedingungen der Untermiete im Vergleich zu denjenigen des Hauptmietvertrags missbräuchlich sind, wenn für die Eigentümer wesentliche Nachteile aus der Untermiete entstehen oder wenn du dich weigerst, die Bedingungen der Untermiete bekanntzugeben.
5. Die Hausordnung beachten
Wichtig ist es auch, die Regeln in der Hausordnung einzuhalten. Ein wesentlicher Punkt ist dort das Thema Lärm. Dreh die Musik nicht zu laut auf und lagere deinen Abfall nicht im Treppenhaus. Bei besonders schweren Zuwiderhandlungen und fehlender Einsicht kann es im schlimmsten Fall zu einer Kündigung kommen.
Ärger mit dem Vermieter: Klassische Beispiele
Wir haben über deine Pflichten gesprochen – du hast aber auch Rechte. Hier ein paar Beispiele dazu:
In meiner Mietwohnung schimmelt es. Die Verwaltung kümmert sich nicht darum. Was kann ich tun?
Wenn sich Schimmel in der Mietwohnung bildet, ist das ein Mangel am Mietobjekt. Die Verwaltung muss sich darum kümmern, dass der Schimmelbefall beseitigt wird. Wenn sie nicht auf Anfragen per Telefon oder E-Mail antwortet, musst du per eingeschriebenem Brief eine Mängelrüge senden. Bleibt daraufhin eine Reaktion aus, kannst du bei der lokalen Schlichtungsbehörde eine Klage erheben.
Meine Mietwohnung im Dachgeschoss wird im Sommer unglaublich heiss. Habe ich ab einer bestimmten Temperatur Anrecht auf eine tiefere Miete?
Auf diese Frage gibt es keine allgemeine Antwort. Wenn Baumängel daran schuld sind, dass es in der Wohnung extrem heiss oder kalt wird, darfst du eine Mietzinsreduktion fordern. Ausschlaggebend für den einzelnen Fall sind die realistischen Erwartungen an die Wohnung. Wenn klar ist, dass es sich bei der Wohnung um einen Altbau handelt oder explizit erwähnt wurde, dass es warm werden kann, stehen die Chancen schlecht, dass du eine Mietminderung erhältst.
Es gibt keine Ladestationen für Elektroautos. Darf ich auf eigene Kosten eine installieren?
Du darfst die Ladestation nur installieren, wenn dir die Verwaltung schriftlich zustimmt. Ansonsten ist eine Änderung am Mietobjekt unzulässig.
Muss ich die Kosten für kleine Reparaturen übernehmen?
Mietparteien müssen kleine Mängel in der Wohnung selbst beheben. Sobald die Mängel aber nicht mehr mühelos von Hand und ohne jegliches Vorwissen erledigt werden können, muss der Vermieter dafür aufkommen. Eine detaillierte Antwort auf diese Frage findest du in unserem Artikel zum kleinen Unterhalt.